Barbara Hannigan, Sopran

Die kanadische Sopranistin Barbara Hannigan schloss ihre Gesangsausbildung bei Mary Morrison an der University of Toronto 1998 mit dem Master of Music ab. Weitere Studien führten sie an das Banff Centre for the Arts, das Steans Institute in Ravinia und an das Königliche Konservatorium in Den Haag. Als Opernsängerin hat sie sich ein Repertoire erarbeitet, das seinen historischen Ausgang bei Händel und Hasse nimmt und sich über Gluck (Amor in Orfeo ed Euridice) und Mozart (Despina und Bastienne) bis zu Strawinskys Ann Trulove und den Titelrollen in Janáceks Schlauem Füchslein sowie Brittens The Rape of Lucretia erstreckt. Vor allem aber ist Barbara Hannigan eine weltweit gefragte Interpretin zeitgenössischer Musik: Sie gestaltete viele Uraufführungen, darunter Louis Andriessens Writing to Vermeer an der Nederlandse Opera, Michel van der Aas One und Gerald Barrys The Bitter Tears of Petra von Kant an der English National Opera. Auch im Konzertbereich hat die Moderne für sie Priorität. Unter Leitung von Peter Eötvös sang sie den Solopart in Ligetis Aventures und Nouvelles Aventures, mit Jonathan Nott interpretierte sie das Requiem des Komponisten bei den Salzburger Festspielen und mit den Berliner Philharmonikern, am Lincoln Center New York war sie mit den Mysteries of the Macabre zu Gast. Auch die Correspondences von Henri Dutilleux gelten als eines ihrer Paradestücke: Sie sang das Werk unter Leitung von Reinbert de Leeuw, Sakari Oramo, Esa-Pekka Salonen, Kurt Masur und Simon Rattle. Seit der Spielzeit 2005/06 konzertiert sie mit Maurizio Pollini, so bei Auftritten in Tokio, Wien, Rom, Brüssel, Paris und an der Mailänder Scala. In der Spielzeit 2008/09 wirkte Barbara Hannigan u. a. bei einer Neuproduktion von Ligetis Le Grand Macabre am Brüsseler Théâtre Royal de la Monnaie mit und war bei der Weltpremiere von Kris Defoorts House of Sleeping Beauties in Antwerpen zu erleben.

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