Bernhard Schlink, Autor

Bernhard Schlink wurde 1944 in Ostwestfalen geboren und wuchs in Heidelberg auf. Er studierte Rechtswissenschaften in Heidelberg und an der Freien Universität Berlin. Als wissenschaftlicher Assistent arbeitete er an den Universitäten Darmstadt, Bielefeld und Freiburg. 1975 promovierte er in Heidelberg mit der Dissertation “Abwägung im Verfassungsrecht”, 1981 wurde er mit der Schrift “Die Amtshilfe. Ein Beitrag zu einer Lehre der Gewaltenteilung in der Verwaltung” habilitiert. In der Vereinigung der deutschen Staatsrechtslehrer berichtete er 1989 über “Die Bewältigung der wissenschaftlichen und technischen Entwicklungen durch das Verwaltungsrecht”. Von 1982 bis 1991 war er Universitätsprofessor in Bonn, von 1991 bis 1992 in Frankfurt am Main. Seit 1992 hat er an der Humboldt-Universität zu Berlin einen Lehrstuhl für Öffentliches Recht und Rechtsphilosophie. Er schrieb Lehrbücher, Monografien und Aufsätze zu rechtswissenschaftlichen und rechtsphilosophischen Grundfragen.

Als Autor belletristischer Literatur tritt Bernhard Schlink seit 1987 hervor. Durch das Medium von Kriminalromanen bietet er seinen Lesern spannende Lektüre über aktuelle Probleme von ihrer Vergangenheit eingeholter Personen an kenntnisreich recherchierten Schauplätzen (Selbs Justiz, 1987; Die gordische Schleife, 1988; Selbs Betrug, 1992; Selbs Mord, 2001). Themen traumatischer Erinnerung an Zeiten der Verfolgung und des Krieges stehen im Zentrum seiner allgemeinen literarischen Werke (Der Vorleser, 1995; Liebesfluchten, 2000; Die Heimkehr, 2006). Aporien menschlicher Existenz in heutiger Zeit sind Gegenstand grundlegender Traktate (Heimat als Utopie, 2000; Vergangenheitsschuld und gegenwärtiges Recht, 2002; Vergewisserungen – Über Politik, Recht, Schreiben und Glauben, 2005). Seine Werke wurden durch nationale und internationale Literaturpreise vielfach ausgezeichnet (u.a. Deutscher Krimi Preis, 1993; Grinzane Cavour Preis, 1997; Prix Laure Bataillon, 1997; Hans Fallada Preis, 1998; Evangelischer Buchpreis; Mainichi Shinbun Sonderkulturpreis).

Mit seinem Buch “Der Vorleser” errang Bernhard Schlink literarischen Weltruhm.


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