Barbara Hannigan, Sopran

Die kanadische Sopranistin Barbara Hannigan schloss ihre Gesangsausbildung bei Mary Morrison an der University of Toronto 1998 mit dem Master of Music ab. Weitere Studien führten sie an das Banff Centre for the Arts, das Steans Institute in Ravinia und an das Königliche Konservatorium in Den Haag. Als Opernsängerin hat sie sich ein Repertoire erarbeitet, das seinen historischen Ausgang bei Händel und Hasse nimmt und sich über Gluck (Amor in Orfeo ed Euridice) und Mozart (Despina und Bastienne) bis zu Strawinskys Ann Trulove und den Titelrollen in Janáceks Schlauem Füchslein sowie Brittens The Rape of Lucretia erstreckt. Vor allem aber ist Barbara Hannigan eine weltweit gefragte Interpretin zeitgenössischer Musik: Sie gestaltete viele Uraufführungen, darunter Louis Andriessens Writing to Vermeer an der Nederlandse Opera, Michel van der Aas One und Gerald Barrys The Bitter Tears of Petra von Kant an der English National Opera. Auch im Konzertbereich hat die Moderne für sie Priorität. Unter Leitung von Peter Eötvös sang sie den Solopart in Ligetis Aventures und Nouvelles Aventures, mit Jonathan Nott interpretierte sie das Requiem des Komponisten bei den Salzburger Festspielen und mit den Berliner Philharmonikern, am Lincoln Center New York war sie mit den Mysteries of the Macabre zu Gast. Auch die Correspondences von Henri Dutilleux gelten als eines ihrer Paradestücke: Sie sang das Werk unter Leitung von Reinbert de Leeuw, Sakari Oramo, Esa-Pekka Salonen, Kurt Masur und Simon Rattle. Seit der Spielzeit 2005/06 konzertiert sie mit Maurizio Pollini, so bei Auftritten in Tokio, Wien, Rom, Brüssel, Paris und an der Mailänder Scala. In der Spielzeit 2008/09 wirkte Barbara Hannigan u. a. bei einer Neuproduktion von Ligetis Le Grand Macabre am Brüsseler Théâtre Royal de la Monnaie mit und war bei der Weltpremiere von Kris Defoorts House of Sleeping Beauties in Antwerpen zu erleben.

Friedhelm Eberle, Schauspieler

Friedhelm Eberle, geboren 1935 in Oberhausen, nahm privaten Schauspielunterricht in Oberhausen und Basel. Nach dem Abschluss 1956 in Düsseldorf kam er über Stationen in Plauen (1957/59) und Erfurt (1959/62) 1962 ans Leipziger Schauspielhaus. Er spielte dort im jeweiligen Lebensabschnitt die spielplanbestimmenden Rollen, wofür die klassischen Symbolfiguren Hamlet, Faust, König Lear (auch in Saarbrücken) manifest sind. Namentlich seien ferner erwähnt: Posa (‘Don Carlos’), Franz Moor (‘Die Räuber’), Egmont, Prinz (‘Emilia Galotti’), Claudius (‘Hamlet’), Pylades (‘Iphigenie auf Tauris’), Tellheim (‘Minna von Barnhelm’), Othello, Marc Anton (‘Julius Cäsar’), Kreon (‘Antigone’, Saarbrücken). Bedeutende sozialkritische Zeitstücke der provokanten europäischen Moderne eingeschlossen sowjetische Dramen wie ‘Der Aufstieg auf den Fujiyama’, ‘Die Richtstatt’ (Tschingis Aitmatow), ‘Diktatur des Gewissens’ (Michael Schatrow) zählten gleichermaßen zum weit reichenden Repertoire, darunter Merlin (‘Parzival’, Tankred Dorst), Wladimir (‘Warten auf Godot’, Samuel Beckett), Hamm (‘Endspiel’, Beckett), Krapp (‘Das letzte Band’, Beckett), Mr. Jay (‘Goldberg-Variationen’, Georg Tabori), Reger (‘Alte Meister’, Thomas Bernhard), Caribaldi (‘Die Macht der Gewohnheit’, Bernhard). Im kosmischen Wunderwerk der Sprache ‘Unter dem Milchwald’ (Dylan Thomas), (Hör-)’Spiel für Stimmen’, ein Tag im walisischen Fischerdorf Llarregyb mit seinen schrulligen Bewohnern, schlüpfte er in die Haut von über fünfzig Figuren.

Für die Vermittlung der ‘hohen Kunst des Sprechens’ für künftige Schauspieler war er seit 1965 an der Theaterhochschule Leipzig ‘Hans Otto’ (seit 1992 Theaterinstitut ‘Hans Otto’ an der Hochschule für Musik und Theater ‘Felix Mendelssohn Bartholdy’) als Dozent für ‘Künstlerisches Wort’ tätig. Vielen Hörspielfreunden ist er als meisterlicher Sprachgestalter gegenwärtig. Er arbeitete als Theater- und Hörspielregisseur sowie als Sprecher im Filmsynchronstudio. Autor und Regisseur der für den MDR geschaffenen ‘Hörbilder’ über die Komponisten Franz Schubert, Albert Lortzing, Anton Bruckner, den Orgelbauer Johann Gottfried Silbermann. Sprecher und Rezitator in Konzerten (‘Peter und der Wolf’ – Sergej Prokofjew) ‘Spanisches Liederbuch’ – Hugo Wolf), (‘Die Geschichte vom Soldaten’ – Igor Strawinsky), (‘The Firebrand of Florence’ – Kurt Weill u. a.). Literarische Soloabende mit Texten u. a. von Goethe (‘Reineke Fuchs’), Schiller (‘Balladen’), E. T. A. Hoffmann (‘Kreisleriana’, CD mit der Pianistin Christine Schornsheim), Hans Christian Andersen (‘Märchen’), Thomas Mann (‘Die Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull’, ‘Doktor Faustus’), Heinrich Böll (‘Nicht nur zur Weihnachtszeit’), Juan Ramón Jiménez (‘Platero und ich’, CD mit dem Gitarristen Jochen Roth). 2006 erschien eine CD mit Texten Samuel Becketts, der Erzählung ‘Erste Liebe’ und dem Monodram ‘Das letzte Band’.

Seine ansehnliche Filmo- und Telethek umfasst Titel wie ‘Nackt unter Wölfen’, ‘Dr. Schlüter’, ‘Einzug ins Paradies’, ‘Die gläserne Fackel’, ‘Heute sterben immer nur die anderen’, Serien wie ‘Polizeiruf 110′ (Hauptmann Reichenbach, sechs Folgen), ‘Tatort’.

In Kooperation mit Kurt Masur und dem Gewandhausorchester entstanden international weit beachtete, auf CD erschienene Produktionen von ‘Peer Gynt’ (Ibsen/Grieg) sowie ‘Ein Sommernachtstraum (Shakespeare/Mendelssohn Bartholdy) in eigener Textfassung. Gastspiele in Boston, Edinburgh, London und bei den Salzburger Festspielen (‘Bianca’, Hirschfeld) widerspiegeln Friedhelm Eberles internationales Ansehen. Unter Leitung von Kurt Masur interpretierte er zum Jahreswechsel 2006/07 in Tel Aviv mit Israel Philharmonic ‘Ein Überlebender aus Warschau’ von Arnold Schönberg. Ständiger Gastschauspieler der Oper Leipzig: Bassa Selim (‘Die Entführung aus dem Serail’, Mozart), Haushofmeister (‘Ariadne auf Naxos’, Strauss), Prinzipal/Teufel Farfarello (‘Die Liebe zu den drei Orangen’, Prokofjew), Alm-Öhi (‘Heidi’, Keeling, Musikalische Komödie).

Seit 2006 enge Zusammenarbeit mit dem Leipziger Autor Robert Mieth, der eigens für ihn die Monodramen über Leopold Mozart schuf (‘Er. Mein Sohn’), über Friedrich Wieck/Robert Schumann (‘Auf dass der Tod nicht scheidet’), Johann Caspar Goethe (‘Wer ganz will sein eigen sein schließe sich ins Häuschen ein’), Herrn von Oppel (im Richard Wagner-Stoff ‘Wegen wesentlicher Theilnahme’) sowie das MDR-Hörspiel ‘Herr Fasch geht durch die Stad(t)t’ über den Barockkomponisten Johann Friedrich Fasch, hierin auch Inszenierung und Gestalter der Titelfigur.

Friedhelm Eberle ist Ehrenmitglied des Leipziger Schauspielhauses, dem er ‘in erinnerungssicherer Weise’ über vier Jahrzehnte angehörte, Träger des Kunstpreises der Stadt Leipzig sowie Nationalpreisträger der DDR. 1994 Ernennung zum Professor für Schauspiel am Theaterinstitut ‘Hans Otto’ der Hochschule für Musik und Theater ‘Felix Mendelssohn Bartholdy’ Leipzig.

Stefan de Leval Jezierski, Horn

Der Hornist Stefan de Leval Jezierski wurde 1954 in Boston geboren. Er begann 1970 sein Musikstudium an der North Carolina School of the Arts. 1972 besuchte er das Cleveland Institute of Music und studierte bei Myron Bloom. 1975 gewann er den CIM Musikwettbewerb mit dem Mozart Horn Konzert KV 447, Mitglieder des Cleveland Orchestras begleiteten ihn in der Severance Hall. Während seines letzten Studienjahres wirkte er bei zahlreichen Konzerten und Tourneen des Cleveland Orchestra mit. Nach seinem Hochschulabschluss spielte er im Jahre 1976 als Solohornist im Orchester des Staatstheaters Kassel. 1978 wurde er von Herbert von Karajan und den Berliner Philharmonikern als hoher Hornist engagiert.

Seit Beginn des Engagements beim Berliner Philharmonischen Orchester arbeitete er mit fast allen bedeutenden Dirigenten zusammen. Stefan de Leval Jezierski spielt als Solist und Kammermusiker in Europa, Asien und Amerika. 1983 gründete er mit einigen philharmonischen Kollegen des Scharoun Ensemble Berlin. 1992 war er Gründungsmitglied des Berliner Haydn-Ensembles, und seit 1995 ist er der 1. Hornist im Bläseroktett der Berliner Philharmoniker. Im September 2000 war er Solist bei der Uraufführung des ihm gewidmeten Konzerts für Horn und großes Orchester von Thomas M. Sleeper in Miami/Florida mit dem Miami Festival Orchestra. Sein musikalischer Werdegang wurde durch unzählige Aufnahmen, Schallplatten-, CD- und Video-Veröffentlichungen sowie Fernseh- und Live-Übertragungen dokumentiert. Die CD mit dem Hornkonzert von Sleeper erschien im Jahr 2002. Neben seiner Karriere in der klassischen Musik ist Stefan de Leval Jezierski auch begeisterter Jazzmusiker und Tennisspieler.

Ketevan Warmuth, Klavier

Die in Moskau geborene und in Georgien aufgewachsene Pianistin erhielt ihren ersten Instrumentalunterricht mit fünf Jahren bei ihrer Mutter, der Klavierpädagogin und Konzertpianistin Tinatin Beruaschwili in Gori. Der intensiven Ausbildung an der ‘Spezialmusikschule für begabte Künstler’ folgte von 1989 bis 1994 das Klavier- sowie das Studium der Korrepetition an der Musikhochschule in Tbilissi bei Prof. Nana Dimitriadi, Prof. Wanda Shiukaschwili und Prof. Rewas Tawadse. Von 1997 bis 1999 absolvierte Ketevan Warmuth ein spezielles Aufbaustudium für Kammermusik und Korrepetition an der Hochschule für Musik und Theater ‘Felix Mendelssohn Bartholdy’ in Leipzig bei Prof. Gunhild Brandt und Prof. Karl-Peter Kammerlande, belegte Meisterkurse bei Prof. Lew Wlasenko und Prof. Elena Richter am berühmten Tschaikowski-Konservatorium in Moskau.

Aufgrund ihres überragenden Talents erhielt sie bereits mit zehn Jahren die Möglichkeit, mit dem Nationalen Georgischen Symphonieorchesters als Solistin zu musizieren und Klavierkonzerte von Wolfgang Amadeus Mozart, Ludwig van Beethoven, Robert Schumann, Felix Mendelssohn Bartholdy, Johannes Brahms, Sergej Rachmaninow und Sergej Prokofjew aufzuführen. Mit den Instrumentalisten Sebastian Ude (Violine) und Susanne Rassbach (Violoncello) ist sie Preisträgerin des Hochschulkammermusikwettbewerbs in Leipzig und (mit der Schauspielerin Antje Simon) des 2. Internationalen Melodramenwettbewerb in Prag.

Ketevan Warmuth lebt in Leipzig als freiberufliche Musikerin, hat einen Lehrauftrag für Liedbegleitung und Korrepetition an der Leipziger Hochschule für Musik und Theater ‘Felix Mendelssohn Bartholdy’, ist im Jugendkabarett der Leipziger ‘Pfeffermühle’ als Pianistin tätig sowie ständiger Klavierpartner des von Prof. Wolf-Dietrich Rammler geleiteten Spezialensembles für musikalisch-literarische Programme ‘littera et musica’. Über das Programm ‘Die Fantasien des Edgar Allan Poe’ heißt es in einer Kunstkritik: ‘Rammler bringt die meisterhaften fantastischen Erzählungen mit sonorer Stimme zur Geltung, liest spannungsvoll (…), zwischendurch konfrontiert die Pianistin Ketevan Warmuth die gruselige Atmosphäre (…), virtuos fliegen die Finger über die Tasten oder graben sich schwer in das Instrument. Ihr Spiel zu beobachten ist eine Attraktion für sich…’

Christoph Streuli, Violine

Dass Christoph Streuli heute Geiger ist, verdankt er streng genommen seinem Schulfreund. Der wurde zum Violinunterricht angemeldet, und weil der Lehrer noch einen freien Platz hatte, ist der achtjährige Christoph Streuli einfach mitgegangen. Nach dem Abitur studierte er zunächst an der Musikhochschule Winterthur bei Rudolf Bamert, dem damaligen Konzertmeister des Tonhalle Orchesters Zürich, und in der Meisterklasse von Aida Stucki, später am Sweelinck Konservatorium Amsterdam bei Herman Krebbers.

In Meisterkursen von Franco Gulli, Walter Levin und dem Melos Quartett vervollkommnete er sein Können. Ehe er zu den Berliner Philharmonikern kam, war er zweiter Konzertmeister beim Württembergischen Kammerorchester Heilbronn und Mitglied des Königlichen Concertgebouworkest. Christoph Streuli, der sich für Film und Literatur interessiert und gerne Ski fährt, spielt in verschiedenen Kammermusikformationen, so im Scharoun Ensemble, bei den Berliner Barock Solisten und zusammen mit David Riniker im Duo.

Micha Afkham, Viola

Micha Afkham erhielt mit fünf Jahren seinen ersten Violinunterricht. Später, er war bereits Geigenschüler von László Fogarassy und Roman Nodel, entdeckte er beim Streichquartettspiel die Bratsche für sich: Ihr dunkler, voller Klang und ihre Vermittlerrolle zwischen den hohen und tiefen Streichern gefiel ihm so gut, dass er ein Violastudium bei Hatto Beyerle in Hannover begann und an der Hochschule für Musik »Hanns Eisler« Berlin bei Tabea Zimmermann fortsetzte. Er besuchte Meisterkurse u.a. bei Gidon Kremer, Yuri Bashmet und Serge Collot.

Micha Afkham, Preisträger renommierter Wettbewerbe und Absolvent der Orchester-Akademie der Berliner Philharmoniker, ist Stipendiat der Villa Musica Mainz, des Richard Wagner-Verbandes Hannover und der Deutschen Stiftung Musikleben Hamburg, die ihm seine Viola »Erdesz« zur Verfügung stellt. Neben der Orchesterarbeit tritt er auch als Solist und Kammermusiker auf. Zu seinen Kammermusikpartnern zählen u.a Tabea Zimmermann, Gidon Kremer und Isabelle Faust. Seit der Saison 2006/07 ist er Mitglied des Scharoun Ensembles. Micha Afkham, der Filme von Fellini, Truffaut und Malle liebt, reist und fotografiert sehr gerne und geht, sooft es möglich ist, ins Theater.

Ásgeir Páll Ágústsson, Bass

Ásgeir Páll Ágústsson ist seit Beginn der Spielzeit 2010/11 festes Mitglied des Solistenensembles.der Oper Halle Er studierte an der Hochschule für Gesang in seinem Heimatland Island und schloss sein Studium 2006 mit Auszeichnung ab. Während des Studiums besuchte er diverse Meisterklassen, u.a. bei Kiri Te Kanawa und dem Dirigenten Robin Stapleton. Zudem ließ er sich zwei Jahre ergänzend bei Mörthu Sharp und Dario Vagliengo am Mozarteum Salzburg ausbilden. 2007 gab Ásgeir Páll Ágústsson sein Operndebüt als Perückenmacher in “Ariadne auf Naxos” an der Isländischen Nationaloper. Weitere Partien sind “Gianni Schicchi”, Jim Mahoney in “Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny”, Papageno, Papacoda in “Eine Nacht in Venedig”, Malatesta in “Don Pasquale” und Marcello in “La Bohème”. In Halle sang der Bariton bisher u.a. als Raimbaud in Rossinis “Le Comte Ory” und Heinrich, die Hauptrolle in Anno Schreiers zeitgenössischem Liederkreis “Wunderhorn”. In der Spielzeit 2010/11 ist er in Halle weiterhin als Schaunard in “La Bohème” sowie als Arzt / Diener / Mörder in “Macbeth”, als Donner in “Rheingold”, als Graf Almaviva in “Die Hochzeit des Figaro”, als Ford in “Falstaff” und als Kandidat in “Edgar Allan Poe” zu erleben.

Richard Duven, Violoncello

Richard Duven, Violoncello, wurde 1958 in Köln geboren. Er studierte bei Daniel Cahen in Wuppertal und bei Wolfgang Boettcher in Berlin. Erste Orchestererfahrungen sammelte er als Mitglied der Jungen Deutschen Philharmonie und der Deutschen Kammerphilharmonie. Während seines Studiums gewann er den Deutschen Hochschulwettbewerb 1983 in München sowie 1984 in Berlin und war 1985 Preisträger des internationalen Kammermusikwettbewerbs in Florenz. Seit 1986 ist Richard Duven Mitglied des Berliner Philharmonischen Orchesters und der “12 Cellisten”. Darüber hinaus ist er Cellist des Scharoun Ensembles Berlin, mit dem er zahlreiche Platten eingespielt hat, darunter eine Neuaufnahme des Forellen-Quintetts von Franz Schubert mit Alfred Brendel.

Wolfram Brandl, Violine

Bevor Wolfram Brandl, geboren 1975 in Würzburg, in die Gruppe der Ersten Violinen bei den Berliner Philharmonikern aufgenommen wurde hatte er als Konzertmeister im Bundesjugendorchester gespielt. Den ersten Violinunterricht erhielt er als Neunjähriger von seinem Vater. Ein Stipendium der Jürgen-Ponto-Stiftung ermöglichte ihm die weitere Ausbildung bei Uwe-Martin Haiberg an der Hochschule der Künste Berlin. Wolfram Brandl hat in der Vergangenheit mit verschiedenen Orchestern als Solist konzertiert und ist für seine solistischen Aktivitäten wie auch als Geiger des Trio Echnaton mehrfach mit Preisen ausgezeichnet worden.

Scharoun Ensemble Berlin

Das Scharoun Ensemble Berlin wurde 1983 von Mitgliedern der Berliner Philharmoniker gegründet. Schon der erste öffentliche Auftritt dieses Ensembles in Berlin überzeugte die Kritik bei der Wiedergabe des Schubertschen Oktetts durch “ausgefeilte Klangschönheit” und “eine Geschlossenheit und Intensität, die auf ein hohes Maß an Verständigung und Einverständnis aller beteiligten Musiker hindeutet” (Der Tagesspiegel).

Der Name des Architekten Hans Scharoun (1893-1972) ist untrennbar mit der Berliner Philharmonie, seiner bedeutendsten Schöpfung, verbunden. Dieser Konzertsaal hat weltweit Maßstäbe gesetzt. Hier wurde Raum geschaffen für ein Musizieren im Geist der Vermittlung von Tradition und Experiment, im Dienst menschlicher Kommunikation und Verständigung. Mit ihrer Orientierung am Vermächtnis Hans Scharouns bringen die acht Musiker ein künstlerisches Selbstverständnis zum Ausdruck, das sich dem Erbe der Vergangenheit und den Herausforderungen der Gegenwart gleichermaßen verpflichtet.

Die Besetzung des Ensembles besteht aus der klassischen Oktettformation: Klarinette, Fagott, Horn, zwei Violinen, Viola, Violoncello und Kontrabaß. Beethovens Septett, Schuberts Oktett, sowie Kammermusikwerke von Mozart und Brahms stehen im Mittelpunkt des klassisch-romantischen Repertoires. Häufig werden die Programme bereichert durch die Mitwirkung weiterer Musiker der Berliner Philharmoniker sowie namhafter Dirigenten und Solisten. So konzertierte das Ensemble in den vergangenen Jahren z.B. unter der Leitung von Claudio Abbado, Daniel Barenboim, Sir Simon Rattle und Pierre Boulez.

Das breit gefächerte Repertoire des Scharoun Ensembles umfaßt neben den großen Werken der klassischen und romantischen Literatur auch eine Vielzahl weniger bekannter Werke für verschiedene Besetzungen. Einen unverkennbaren Schwerpunkt bildet die Musik des 20. Jahrhunderts. Das Scharoun Ensemble hat zahlreiche Werke bedeutender Komponisten der Gegenwart aufgeführt, die zum großen Teil auf Anregung des Ensembles hin entstanden sind. So gehören Werke von Hans Werner Henze, György Ligeti, Isang Yun, György Kurtag, Matthias Pintscher, Thomas Ades, Jörg Widmann und vieler anderer zum festen Bestandteil des Repertoires. Regelmäßige Konzertreisen sowie Auftritte bei den großen europäischen Musikfestivals haben den Ruf des Scharoun Ensembles als eines der profiliertesten Kammermusikensembles Deutschlands bestätigt.

Alexander Bader, Klarinette

Die Klarinette war für Alexander Bader die »Belohnung« für die bestandene Aufnahmeprüfung als Jungstudent im Fach Klavier an der Hochschule der Künste Berlin. Das silberne Glitzern auf schwarzem Holz und der weiche, warme Klang faszinierten ihn von Anfang an und so studierte er neben seinem Hauptfach ebenfalls an der HdK Berlin noch Klarinette bei Manfred Preis und Peter Rieckhoff. Nach dem Abschluss des Orchesterdiploms wechselte er in die Solistenklasse von Wolfgang Meyer an der Staatlichen Hochschule für Musik Karlsruhe. 1990 wurde er Mitglied der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen, mit deren Bläsersolisten er 1998 den Echo-Klassik Preis erhielt. 2002 ging er als Erster Solo-Klarinettist an die Komische Oper Berlin.

Daneben spielte er regelmäßig u.a. an der Bayerischen Staatsoper München und bei den Münchner Philharmonikern. 2006 wechselte Alexander Bader zu den Berliner Philharmonikern. Der Musiker, der sich seit 1994 auch der historischen Aufführungspraxis auf Originalinstrumenten widmet und regelmäßig mit Ensembles wie Concentus Musicus Wien, dem Balthasar-Neumann-Ensemble oder der Akademie für Alte Musik Berlin konzertiert, gehört seit der Saison 2006/2007 zum Scharoun Ensemble. Der Vater von zwei Söhnen kocht leidenschaftlich gern und liebt es, sich in seiner Freizeit mit Joggen, Radfahren und Drachenfliegen sportlich zu betätigen.

Mareike Schellenberger, Mezzosopran

Mareike Schellenberger studierte zunächst Musik- und Bewegungserziehung an der Folkwang-Hochschule in Essen. Ihr Gesangstudium absolvierte sie mit Auszeichnung an den Hochschulen in Leipzig (Oper, Oratorium) bei Prof. Hans-Joachim Beyer und Zürich (Liedklasse) bei Christoph Prégardien sowie Irwin Gage. Wichtige Lehrer waren für sie außerdem Elisabeth Schwartzkopf und Ingrid Figur.

Bereits während ihres Studiums erhielt sie 1998/99 ihr erstes Engagement am Mecklenburgischen Staatstheater Schwerin als Dryade in “Ariadne auf Naxos” von Richard Strauss. Sie sang dort außerdem u. a. die Titelrolle Das Kind in Maurice Ravels “L’enfant et les sortilèges”, die Zaida in Gioacchino Rossinis “Il Turco in Italia” und die Dunkle Dame in Aribert Reimanns “Gespenstersonate”. Weiterhin erhielt sie Gastverträge am Luzerner Opernhaus und an den Wuppertaler Bühnen. Im November 2006 sang sie mit den Düsseldorfer Philharmonikern Gustav Mahlers “Lied von der Erde”. 2007 wurde sie für die Rolle der Pandora nach dem gleichnamigen zeitgenössischen “Szenischen Konzert” (Komposition von Alexandros Markeas, Michèle Reverdy, Luis Naon und Carlo Carcano) für eine Europatournee verpflichtet. Auf dem “Festival de Vendôme” sang sie im Sommer 2008 den Cherubino in Mozarts “Le Nozze di Figaro”. In der Spielzeit 2008/2009 war sie an der Opéra Nîmes als Zarah (Musiktheater über Zarah Leander), an der Opéra de Grenoble als Anita in Leonard Bernsteins “West Side Story” sowie im Grand Théâtre d’Aix en Provence und beim internationalen Festival de musique Besancon in “L’enterrement de Mozart” von Bruno Mantovani (Uraufführung) zu hören. Im Sommer 2010 gab sie ihr Debüt auf dem Festival Aix-en-Provence in der Mehrfachrolle Ana/ la Veuve/ le Scieur (Kammeroper El regreso/ un retour von Oscar Strasnoy, Uraufführung des Festivals).

Ihre Tätigkeit als Konzert- und Oratoriensängerin führte die Mezzosopranistin durch Deutschland, Polen, Ungarn, die Schweiz, Frankreich, Dänemark, Spanien und Italien. Dabei sang sie unter Dirigenten wie Ivan Törsz, Roger Epple, Russel N. Harris, Johannes Debus, Howard Griffiths, Georg Christoph Biller, Morten Schuldt-Jensen u.a. mit dem Gewandhausorchester Leipzig, dem MDR-Sinfonieorchester, dem Kopenhagener Barockorchester, dem Zürcher Kammerorchester (CD-Produktion für das Label cpo in der Partie der Olympia in Othmar Schoecks “Erwin und Elmire”). Im November 2007 nahm sie mit dem GewandhausChor und dem Mendelssohnorchester Leipzig eine CD mit Jugendwerken Felix Mendelssohn Bartholdys auf.

Eine besondere Vorliebe der Sängerin gilt dem Lied, wobei ihr Repertoire von der frühen Romantik bis zur zeitgenössischen Liedform reicht. Zu ihrem Kammermusikpartnern gehören Gérôme Hantai (Hammerflügel) sowie Garth Knox (Viola, Viola d’amore). Rundfunkaufnahmen erschienen beim MDR, NDR, bei Deutschland Radio Berlin und Radio France. Die vielseitige Künstlerin hat auf den Festivals für Zeitgenössische Musik in Leipzig, Dresden und im “Pays de la Meije” zahlreiche ihr gewidmete Werke uraufgeführt, darunter u. a. zuletzt von Klaus Huber “Vers la raison du coeur” (Gesang u. Viola d’amore). Darüber hinaus konzipiert sie ihre eigenen Produktionen “Kennst Du das Land… “- “inszeniertes Lied” ( 2005 in Winterthur/Schweiz), “liebesflüchtig” – Musik-Theater-Tanz-Stück nach der “Dichterliebe” von R. Schumann (2007 Leipzig/ Dresden). Von 2000 bis 2007 unterrichtete Mareike Schellenberger im Lehrauftrag an der Hochschule für Musik und Theater Leipzig Gesang. Seit Sommer 2007 lebt sie in Paris.

Ivo Bauer, Viola

Der Bratscher Ivo Bauer ist 1967 in Leipzig geboren. Seinen ersten Violinunterricht bekam er im Alter von fünf Jahren in Halle an der Saale. Dort besuchte er von 1979 bis 1985 die Spezialschule für Musik. Von 1979 bis 1985 wurde er im Fach Violine bei Prof. Gerhard Bosse ausgebildt. 1984 wechselte er zur Viola und studierte von 1985 bis 1990 an der Hochschule für Musik Leipzig “Felix Mendelssohn Bartholdy” bei Prof. Dietmar Hallmann. Er war Preisträger des Internationalen Musikwettbewerbs Markneukirchen 1989. Von 1990 bis 1993 war er als stellvertetender Solobratscher im Gewandhausorchester Leipzig engagiert. Von 1997 bis 2000 lehrte er an der Hochschule für Musik und Theater Leipzig “Felix Mendelssohn Bartholdy”. Ivo Bauer spielt eine Viola von Michael Ledfuß (2003).

Leipziger Streichquartett

Das Leipziger Streichquartett hat sich mittlerweile als “bestes deutsches Quartett” (Gramophone) zu den gesuchtesten und vielseitigsten Ensembles unserer Zeit profiliert. 1988 gegründet, waren drei seiner Mitglieder als Stimmführer im weltbekannten Gewandhausorchester tätig, bis sie 1993 auf eigenen Wunsch ausschieden, um sich in größerem Maße der Kammermusik zu widmen. Studien bei Gerhard Bosse in Leipzig, dem Amadeus-Quartett in London und Köln, bei Hatto Beyerle in Hannover und bei Walter Levin gingen dem voraus.

Viele Preise und Auszeichnungen hat das Leipziger Streichquartett bisher erhalten: 1991 gewann es den renommierten internationalen ARD-Wettbewerb in München und den Brüder-Busch-Preis. 1992 wurde es mit dem Förderpreis des Siemens-Musikpreises ausgezeichnet, ausserdem erhielt es ein Stipendium des Amadeus Scholarship Fund und der Stiftung Kulturfonds. Seit 1991 gestaltet das Quartett seine eigene Konzertreihe “Pro Quatuor” in Leipzig. Eine rege Konzerttätigkeit durch Europa, Nord- und Südamerika, Australien, Japan, Israel, Afrika und Asien führte das Quartett bisher in über 40 Länder. Viele namhafte Festivals im In- und Ausland und eigene thematische Zyklen (z.B. zu Schubert, zu Bach, zu Stationen der Moderne u.a.) stehen regelmäßig auf den Konzertplänen des Ensembles.

Die fast 70 vorliegenden CD-Einspielungen – die Palette reicht von Mozart bis Cage, von Haubenstock-Ramati bis Beethoven, darunter Gesamteinspielungen der Werke von Johannes Brahms, Felix Mendelssohn Bartholdy, Wolfgang Amadeus Mozart sowie der gesamten Zweiten Wiener Schule – werden von der Fachkritik hoch geschätzt. Ein Ausdruck dafür sind Auszeichnungen mit dem Diapason d’Or, dem Premios CD-Compact, dem Indie Award und ECHO-Klassik-Preisen in den Jahren 1999, 2000, 2003 und 2008.

Musikalische Partner des Ensembles wie der Klarinettist Karl Leister, der Cellist Michael Sanderling, der Bratschist Hartmut Rohde, die Pianisten Alfred Brendel, Andreas Staier und Christian Zacharias, die Sopranistinnen Juliane Banse und Christiane Oelze, der Bariton Olaf Bär oder der “King of Klezmer” Giora Feidman bereichern neben vielen anderen das weite Repertoire, das fast 300 Werke von etwa 100 Komponisten umfasst. Dass dabei der stilistisch differenzierte Zugang zu jedem Komponisten eine außerordentliche Rolle spielt, erscheint den Künstlern selbstverständlich. Im Leipziger Gewandhaus führte das Quartett in einem mehrjährigen Zyklus alle Streichquartette der Ersten und Zweiten Wiener Schule auf. 1996 oblag den Mitgliedern des Ensembles dort auch die deutsche Erstaufführung von Alfred Schnittkes “Zu dritt” für Streichtrio und Orchester. Uraufführungen von Beat Furrer, Jörg Widmann, Wolfgang Rihm, Steffen Schleiermacher, Christian Ofenbauer, Siegfried Thiele, Bernd Franke, Cristóbal Halffter u.a. erfolgten in letzter Zeit.

Das Leipziger Streichquartett gehörte zu den Initiatoren des “Beethoven-Streichquartettzyklus als Zeichen europäischer Freundschaft”, der 1996 und 1997 mit fünf anderen Quartettvereinigungen über 15 Musikstädte in Europa zusammenführte. Aus Anlass seines zwanzigjährigen Bestehens konzertierte es von 2007-2009 in 15 Musikmetropolen weltweit mit dem über sechs Konzerte verteilten Zyklus aller Streichquartette von Ludwig van Beethoven. Seit 1992 spielt das Ensemble sein umfangreiches Repertoire exklusiv für die Firma Musikproduktion Dabringhaus und Grimm ein. Das Leipziger Streichquartett ist seit 2009 auf Einladung von Claudio Abbado Mitglied im Lucerne Festival Orchestra.

Tilman Büning, Violine

Der Geiger Tilman Büning ist 1968 in Bergen auf Rügen geboren. Als Siebenjähriger beginnt er Geige zu spielen. 1984 bis 1990 studierte er an der Hochschule für Musik Leipzig “Felix Mendelssohn Bartholdy” in der Klasse von Prof. Gerhard Bosse. Nach Abschluss des Studiums wurde er als Konzertmeister der zweiten Violinen im Gewandhausorchester Leipzig engagiert. Tilman Büning spielt eine Violine von Michele Deconet, Venedig 1763.

Stefan Arzberger, Violine

Der Geiger Stefan Arzberger ist 1972 in Rodewisch/Vogtland geboren. Im Alter von vier Jahren erhielt er seinen ersten Geigenunterricht am Robert-Schumann-Konservatorium in Zwickau. 1989 nahm er das Studium an der Hochschule für Musik “Felix Mendelssohn Bartholdy” Leipzig bei Prof. Klaus Hertel auf. In dieser Zeit war er Mitglied des European Community Chamber Orchestra sowie Konzertmeister des Gustav-Mahler-Jugendorchesters. 1992 wurde er vom Gewandhausorchester Leipzig engagiert, bei dem er zuletzt als stellvertretender Erster Konzertmeister der ersten Violinen, als Mitglied diverser Ensembles wirkte (Gewandhaus-Oktett, Sinfonietta Leipzig, Arzberger-Quartett, Leipziger Barock Solisten). Daneben widmete er sich der Kammermusik und der zeitgenössischen Musik. Stefan Arzberger ist seit 1997 Mitglied des Orchesters der Bayreuther Festspiele, seit 2003 Mitglied des Lucerne Festival Orchestra unter Leitung von Claudio Abbado, daneben seit 2005 Lehrbeauftragter an der Hochschule für Musik und Theater “Felix Mendelssohn Bartholdy”. Stefan Arzberger spielt ein Instrument von Giovanni Francesco Pressenda, Turin 1824.

Kolja Blacher, Violine

Kolja Blacher, in Berlin geboren, ging fünfzehnjährig an die New Yorker Juilliard School of Music, um bei Dorothy DeLay zu studieren. Nach Abschluss des Studiums bei Sándor Végh in Salzburg begann eine bemerkenswerte Solo-Karriere. Seit Oktober 1999 hat er eine Professur für Violine und Kammermusik an der Hamburger Musikhochschule inne. Im Frühjahr 2009 wechselt er in gleicher Position nach Berlin an die Hochschule für Musik Hanns Eisler.

Als Solist gastiert er bei bedeutenden Orchestern, darunter den Philharmonikern in Berlin, Oslo, St. Petersburg und München, dem Gewandhausorchester Leipzig, dem Sinfonieorchester des NDR, dem Mahler Chamber Orchestra (MCO), dem Gürzenich Orchester Köln und dem Chamber Orchestra of Europe. Er konzertiert mit führenden Dirigenten wie Claudio Abbado, Daniel Barenboim, Alan Gilbert, Daniel Harding, Vladimir Jurovsky, Mariss Jansons, Dmitrij Kitajenko, Kent Nagano, Jonathan Nott und Kirill Petrenko.

Durch sehr gute Erfahrungen mit dem Stuttgarter Kammerorchester, Santa Cecilia in Rom, Hong Kong Philharmonic (Beethoven Violinkonzert), der Kioi Sinfonietta in Tokio (Brahms Violinkonzert) und dem Melbourne Symphony Orchestra hat er seine Leidenschaft für Spielen und Leiten in Personalunion entdeckt und wird dies in den kommenden Saisons weiter ausbauen, so in 2008/2009 zum Beispiel mit dem Schleswig-Holstein Festival Orchester, den Hamburger Symphonikern, beim Zermatt Festival (Scharoun Ensemble), in Auckland (Neuseeland) und in Budapest.

Seine Einspielung der Sonaten von Schostakowitsch und Mieczyslaw Weinberg (gemeinsam mit dem Pianisten Jasha Nemtsov) bei Hänssler bekam im April 2007 den “Vierteljahrespreis” der Deutschen Schallplattenkritik. Seine Aufnahme der Violinkonzerte von Strawinsky und Berg mit Claudio Abbado und dem MCO wurde im Mai 2006 mit dem Diapason d’Or ausgezeichnet sowie ebenfalls mit dem “Vierteljahrespreis” der Deutschen Schallplattenkritik. Dazu hieß es im Fono Forum: “Mit dieser Live-Aufnahme profiliert er sich einmal mehr als ein Geiger von Weltklasseformat. Seine Auslegung der Berg-Partitur ist geprägt von Klarheit der Linienführung, romantischer, aber stets variabler Tongebung. Wie das Werk ‘tranquillo’ ausklingt, ist bezwingend. Strawinskys Violinkonzert lebt auf in seiner prägnant kraftvollen Extrovertiertheit.” Frühere Aufnahmen, darunter Einspielungen des Violinkonzerts von Boris Blacher, Hindemiths Kammermusik Nr. 4 sowie der Violinsonaten von Schumann, Bartok und Holliger (mit Bruno Canino als Partner) sind mehrfach ausgezeichnet worden. Im Laufe der Saison 2008/2009 wird eine CD mit den Violinkonzerten von Weill und Hindemith mit dem MCO unter der Leitung von Claudio Abbado erscheinen.

Ein Highlight der Saison 2009 war Kolja Blachers Zusammenarbeit mit Vladimir Jurowsky und dem London Philharmonic Orchestra in London und Brüssel. Weitere Engagements führten ihn nach Auckland, Sydney, Venedig und zum ersten Mal nach Brasilien. Im Januar 2009 spielte er mit dem Tokyo Philharmonic Orchestra in der Suntory Hall das Violinkonzert von Schönberg und gab auch mehrere Kammerkonzerte in Japan. Kammermusik bildete in dieser Saison einen Schwerpunkt. Im Januar und Mai war er mit Clemens Hagen und Kirill Gerstein auf Tournee. Die Konzerte führten sie unter anderem nach Madrid, Salzburg, Wien und Bremen. Im Dezember feierte er das Messiaen-Jubiläum in Hamburg, Vevey und Turin mit seinen Kollegen David Geringas, Eduard Brunner und dem Pianisten Vassily Lobanov. Mit Letzterem war er 2009 auch mehrfach in Rezitalen zu erleben. Im Juni 2010 spielte Kolja Blacher das Violinkonzert von Robert Schumann mit dem Mendelssohn-Orchester und David Timm als Dirigent im Bundesverwaltungsgericht.

Kolja Blacher spielt die so genannte “Tritton” Stradivari Geige von 1730, die ihm von Frau Kimiko Powers zur Verfügung gestellt wurde.

Simon Bernardini, Violine

Der Geiger Simon Bernardini wurde in Turin geboren. Er war einer der letzten Schüler von Isaac Stern und gab sein New-York-Debut 1999 in der Carnegie Hall. 2001 trat er im New Yorker Lincoln Center, 2002 bei Bargemusic auf. 2001 spielte er als Solist in der Berliner Philharmonie, 1996 bei den Festspielen Mecklenburg-Vorpommern und beim Schleswig-Holstein-Musikfestival.

Er studierte am Conservatoire de Paris in den Fächern Violine, Dirigieren, Klavier und Kammermusik. 2001 erhielt er das Diplom als staatlich geprüfter Violin- und Kammermusikprofessor. Er absolvierte Meisterkurse an der Juilliard School, am Jerusalem Music Center, beim Santander Festival, beim Steans Institute for Young Artists (Ravinia Festival), an der European Mozart Academy und an der Akademie der Musikhochschule Wien. Seine Lehrer waren u.a. Jean-Jacques Kantorow, Philip Hirshhorn, Norbert Brainin, Miriam Fried, Zakhar Bron, Dorothy DeLay, Itzhak Perlman, Herman Krebbers, Igor Ozim, Ivry Gitlis, Mauricio Fuks und Franco Gulli. Kammermusik studierte er u.a. bei Christoph Eschenbach, Leon Fleisher, Sandor Vegh, Gidon Kremer, Yo Yo Ma, Emanuel Ax, dem Beaux Arts Trio, dem Alban Berg Quartett, dem Amadeus Quartett, dem Cleveland Quartett, dem Emerson Quartett, dem Guarneri Quartett, dem Hagen Quartett, dem Juilliard Quartett, dem LaSalle Quartett und dem Tokyo Quartett.

Simon Bernardini war bis 1999 Konzertmeister beim Orchestre National de Lyon. 2000-2002 war er Stipendiat der Orchesterakademie der Berliner Philharmoniker. Seit 2002 gehört er den 1. Violinen der Berliner Philharmoniker an. 2004 gründete er ein Kammermusikensemble mit Steven Isserlis, Tabea Zimmermann und Isabelle Faust.

Seit 1999 ist er Lehrer für Violine und Kammermusik beim Eastern Music Festival (USA), seit 2005 Violinlehrer an der Scuola di Musica di Fiesole und Tutor für die Violinen der Jungen Deutschen Philharmonie. Seit 1999 übernimmt er jährliche Dirigierverpflichtungen beim Festival d’Automne in Paris sowie Gastdirigate bei der Opéra Comique Paris. 2002 dirigierte er beim Santander Festival. 2005 hatte er sein Debut als Operndirigent an der Opéra de Monte Carlo.


Konstanze Beyer, Violine

Die Geigerin Konstanze Beyer, in Magdeburg geboren, studierte an der Leipziger Musikhochschule Violine und Violinpädagogik, nachdem sie eine sechsjährige Ausbildung an der Spezialschule für Musik Halle/Saale absolviert hatte. Bereits während ihrer Studienzeit zeigte sie starkes Interesse an der Musik des 17. und 18. Jahrhunderts. Sie wirkte ab 1986 in der Capella Fidicinia unter Hans Grüß mit und setzte damit den Anfang ihrer aktiven Tätigkeit als Geigerin auf historischem Instrumentarium. Sie vertrat damit erstmals die jüngere Generation Leipzigs, die sich den Fragen historischer Aufführungspraxis widmete.

Neben intensiven eigenen Studien und einer Teilnahme am Kurs für Alte Musik in Innsbruck sammelte Konstanze Beyer vor allem durch ihre rege Kammermusiktätigkeit praktische Erfahrungen im Umgang mit historischer Musik. Sie war Gründungsmitglied des Sächsischen Barockorchesters und mehrere Jahre Konzertmeisterin des Pauliner Barockensembles, bis sie 1995 Konzertmeisterin des Leipziger Barockorchesters wurde. Die künstlerische Leitung dieses Ensembles übernahm sie 1998. Seitdem verantwortet sie programmkonzeptionelle, organisatorische und künstlerische Belange des Klangkörpers.

Experimentelle Musik pflegt Konstanze Beyer als Mitglied des Stefan-Poetzsch-Ensembles Erlangen. Zunehmend ist sie auch als Lehrerin für Violine und Barockvioline tätig.


Duo Brillaner

1999 gründeten Shirley Brill und Jonathan Aner das Duo Brillaner. Beide Musiker stammen aus Israel und sind nicht nur auf dem Konzertpodium ein Paar. Das Duo gab bereits zahlreiche Kammermusikabende in Deutschland (Berliner Philharmonie, Schleswig-Holstein Musik-Festival, Internationales Lübecker Kammermusikfest, Musik-Festtage Frankfurt/Oder), Frankreich, Dänemark (Louisiana Museum), Russland, England, in der Schweiz, in Australien, Kanada, den USA sowie in Israel. 2008 wurde das Debüt in der Carnegie Hall in New York bejubelt. Im Juli 2009 waren Shirley Brill und Jonathan Aner mit großem Erfolg beim Festival de Radio France in Montpellier zu hören. Das Duo Brillaner erhielt ein Stipendium des Kulturvereins Amerika-Israel und der Ronen-Stiftung. 2003 belegte es den ersten Platz beim Wettbewerb um den 40. Possehl-Musikpreis. Die Debüt-CD des Duos erschien im Juni 2005. Ende 2009 wurde eine CD mit französischen Miniaturen für Klarinette und Klavier veröffentlicht.

Philharmonisches Streichquintett Berlin

Das Philharmonische Streichquintett Berlin ist in seiner Besetzung mit zwei Violinen (Thomas Timm, Romano Tommasini), Viola (Wolfgang Talirz), Violoncello (Tatjana Vassiljewa) und Kontrabass (Nabil Shehata) einzigartig. Das Ensemble vereint alle fünf Streichergruppen des Orchesters und überschreitet damit die Grenze von einem reinen Kammermusikensemble zu einer Formation mit symphonischen Dimensionen.

Tatjana Vassiljewa, Violoncello

Tatjana Vassiljeva wurde im russischen Novosibirsk geboren und begann das Cellostudium im Alter von sechs Jahren bei Eugenij Nilov an der Special Music School. Nachdem sie 1994 den zweiten Preis beim Internationalen Musikwettbewerb in München gewonnen hatte, zog sie dorthin, um bei Walter Northas an der Musikhochschule zu studieren. Nach dem Abschluss mit Auszeichnung begab sich Tatjana Vassiljeva an die Musikhochschule Hanns Eisler in Berlin, um dort ihre Ausbildung bei David Geringas zu beenden.

Die Cellistin gilt als musikalisches Phänomen, sie verfügt über eine perfekte Technik und stellt eine enorme Klangfülle her. Tatjana Vassiljevas einzigartige Virtuosität wird noch von ihrer musikalischen Persönlichkeit und ihren Ideen überragt, die sie wunderbar zum Ausdruck bringen kann. Ihre angeborene musikalische Neugier spiegelt sich im breit gefächerten Repertoire wieder, das den Bogen vom Barock bis zur Zeitgenössischen Musik spannt und auch mehrere Uraufführungen bietet. Im Oktober 2001 gewann sie als erste sowjetische Staatsbürgerin den “Premier Grand Prix de la Ville de Paris” beim 7. Internationalen Rostropovitch-Wettbewerb in Paris, und 2004 wurde sie bei den französischen “Victoires de la Musique Classique” in der Kategorie “Neuentdeckung des Jahres” nominiert. Damit konnte sie den Grundstein ihrer internationalen Karriere legen.

Seit dem Beginn ihrer Karriere im Alter von 12 Jahren führte sie ihre rege solistische und kammermusikalische Konzerttätigkeit regelmäßig in die großen Konzertsäle Europas, Russlands, Asiens, Neuseelands und Südamerikas. Sie konzertierte u.a. mit der Russischen Nationalphilharmonie, den Moskauer Solisten, dem Tonhalle Orchester Zürich, dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, dem Deutschen Symphonie-Orchester Berlin, der Staatskapelle Weimar, dem Basler Symphonie Orchester, der Litauischen Philharmonie, dem Tokio Philharmonic Orchestra – unter Dirigenten wie Yuri Temirkanov, David Zinman, Vladimir Spivakov, Yuri Bashmet, Dmitri Kitajenko, Michail Jurowski, Sakari Oramo, Christoph Eschenbach, Krzysztof Penderecki und Valery Gergiev. Im Oktober 2006 spielte Tatjana Vassiljeva in Japan mit Claudio Abbados Lucerne Festival Orchester. Danach trat sie unter M. Rostropovich als Solistin mit dem Orchestre de Paris in einer Reihe von Konzerten in der Salle Pleyel (Paris) und in der Philharmonie in Luxemburg auf. 2007 spielte sie mit dem Jerusalem Chamber Orchestra, mit dem Orchestre Philharmonique de Nice unter James Judd das Elgar Konzert und das Penderecki “Concerto Grosso”, dirigiert vom Komponisten. Wichtige Projekte im Jahr 2008 waren eine Tournee gemeinsam mit Yuri Temirkanov und dem St. Petersburg Philharmonic Orchestra sowie ihr Debüt in Großbritannien mit dem London Symphony Orchestra unter Valery Gergiev mit einem Prokofieff Zyklus. Ebenfalls 2008 spielte sie die Welturaufführung der überarbeiteten Version von Pendereckis Largo unter dem Dirigat des Komponisten.

Als Kammermusikerin musiziert Tatjana Vassiljeva bei internationalen Festivals u.a. in Lockenhaus, Jerusalem, Colmar, auf Elba, bei der Kronberg Akademie mit Cyprian Katsaris, bei den “Rencontres de musique de chambre” in Chambery und La Grange de Meslay gemeinsam mit Viktor Tretjakov, Vladimir Spivakov, Yuri Bashmet, Gidon Kremer, Maxim Vengerov, Eugene Istomin, Nicholas Angelich, Lilya Zilberstein und Paul Badura-Skoda. Mit Badura-Skoda spielte sie 2005 das gesamte Werk für Cello und Klavier von Beethoven. 2007 debütierte sie beim Verbier Festival mit einem Solorecital mit Werken von J.S. Bach. Sie konzertiert regelmäßig mit der Camerata der Berliner Philharmoniker, mit der sie im Rahmen des Brahms-Zyklus in Paris die Sextette und die Cello Sonaten von Brahms spielte und im Herbst 2008 in Japan auf Tournee ging.

Ihre erste CD erschien bei Naxos mit Kammermusik von Debussy, Dutilleux, Britten und Strawinsky. Danach wurden weitere drei Aufnahmen bei Accord/Universal veröffentlicht. Ihre Solo-CD mit Werken zeitgenössischer Komponisten (Schedrin, Dutilleux, Saariaho, Schnittke, Stroppa und Penderecki) wurde mit dem “Diapason d’Or of the Year” ausgezeichnet. Es folgte eine weitere Einspielung mit Werken von Franck, Schubert und Stravinsky. Mit ihrer bisher letzten Solo CD (Kodaly, Ysaye, Tchérepnine, Cassado) überwältigte sie die Musikkritiker, die Tatjana Vassiljeva als die “Neue Diva des Cellos” bezeichneten. 2008 nahm sie mit dem Sinfonie-Orchester der Nationalphilharmonie Warschau unter Antoni Wit das Konzert Nr. 2 von Penderecki auf. Außerdem brachte sie im Februar 2009 eine CD mit den sechs Cellosuiten von Bach heraus. Tatjana Vassiljeva spielt auf dem “Vaslin”-Cello von Antonio Stradivari aus dem Jahr 1725, einer großzügigen Leihgabe von LVMH, Paris.

Nabil Shehata, Kontrabass

Als Neunjährigem gefiel ihm in der Abspannmusik eines traurigen Cartoons besonders der E-Bass. Weil er aber dachte, dieser Sound komme von einem Kontrabass, fing er an, dieses Instrument zu lernen. Nach dem Abitur 1999 begann Nabil Shehata, Kontrabass bei Michinori Bunya in Würzburg zu studieren. 2002 wechselte er an die Hochschule für Musik »Hanns Eisler« in Berlin zu Esko Laine. Während dieser Studienzeit war er Stipendiat in der Studienstiftung des deutschen Volkes und in der Stiftung »podium junger Musiker«. 2003 bekam er die Stelle des Solokontrabassisten an der Staatsoper Berlin, im folgenden Jahr wechselte er in gleicher Position zu den Berliner Philharmonikern. Im Herbst 2006 wurde Nabil Shehata mit dem niedersächsischen Praetorius Preis ausgezeichnet. Zahlreiche Solokonzerte, in denen er mit Partnern wie Daniel Barenboim und Thomas Quasthoff musizierte, und Fernsehaufnahmen mit großen Orchestern führten ihn weit über die Grenzen Deutschlands hinaus. Er gibt Meisterkurse in Japan Israel und Europa und besetzt ab dem Wintersemester 2007 eine Professur an der Hochschule für Musik und Theater München. Seine Hobbys sind meist musikalischer Natur, bis auf eines: Fußball.

Julia Sophie Wagner, Sopran

Julia Sophie Wagner studierte an der Hochschule für Musik “Franz Liszt” in Weimar, an der McGill University in Montreal (Kanada) und an der Hochschule für Musik und Theater “Felix Mendelssohn Bartholdy” Leipzig bei Prof. Hans-Joachim Beyer. Meisterkurse bei Peter Schreier, Ingrid Figur, Edith Wiens und Graham Johnson runden ihre Ausbildung ab.

Die Sopranistin ist Preisträgerin mehrerer nationaler und internationaler Wettbewerbe, darunter der Internationale Mozart Gesangswettbewerb Prag, der Paula Salomon-Lindberg-Wettbewerb für zeitgenössisches Lied und der Lortzing-Wettbewerb, außerdem Stipendiatin u.a. des DAAD, des Freundeskreises der Hochschule für Musik und Theater “Felix Mendelssohn Bartholdy” sowie der Oper Leipzig.

Julia Sophie Wagner ist vor allem als Lied- und Konzertsängerin gefragt. Im Jahr 2002 debütierte sie in den “Carmina Burana” im Herkulessaal in München. Sie arbeitet mit Orchestern wie dem Gewandhausorchester Leipzig, Rundfunkorchester Berlin, MDR Leipzig, RTVE Madrid, dem Orchestra del Maggio Musicale, den Bachkollegien Stuttgart und München und der Hamburg Sinfonietta, außerdem mit Barockensembles wie dem Händel-Festspielorchester der Oper Halle, dem Züricher Barockorchester LaPartita und dem Neuen Bachischen Collegium Musicum sowie dem Ensemble Moderntimes_1800 zusammen. Viele dieser Konzerte wurden für Radio und Fernsehen aufgenommen.

Konzertreisen führen sie von Europa über die USA bis nach Südamerika und Ägypten, wo sie u.a. in der Oper Kairo gastierte. Außerdem wird sie zu internationalen Festivals eingeladen, u.a. Maggio Musicale Florenz, Mendelssohn Festtage Leipzig, Oregon Bach Festival und Europäisches Musikfest Stuttgart unter Helmuth Rilling, Rheingau Musikfestival und Festival de la Chaise Dieu unter Daniel Reuss. Zukünftige Projekte sind Liederabende in Europa und Japan sowie ihr Debut als Königin der Nacht unter der Leitung von Howard Arman.

Tobias Berndt, Bariton

Der gebürtige Berliner Tobias Berndt begann seine musikalische Ausbildung im Dresdner Kreuzchor. Er studierte bei Hermann Christian Polster an der Hochschule für Musik und Theater “Felix Mendelssohn Bartholdy” in Leipzig und setzte seine Ausbildung bei Rudolf Piernay an der Staatlichen Hochschule für Musik und darstellende Kunst in Mannheim fort. In weiterführenden Studien und Meisterkursen arbeitete er mit Theo Adam, Wolfram Rieger, Norman Shetler, Irwin Gage, Axel Bauni, Julia Varady und mit Dietrich Fischer-Dieskau. Ausgezeichnet mit mehreren Stipendien wurde er Preisträger beim Bundeswettbewerb Gesang Berlin 2004, beim internationalen Wettbewerb für Liedkunst der Hugo-Wolf-Akademie in Stuttgart 2007, bei der internationalen Sommerakademie des Mozarteums in Salzburg 2008 und beim Internationalen Wettbewerb Franz Schubert und die Musik der Moderne in Graz 2009. Zu seinen letzten großen Erfolgen gehören jeweils der 1. Preis beim Internationalen Johannes-Brahms-Wettbewerb in Pörtschach 2008 sowie beim Cantilena Gesangswettbewerb in Bayreuth 2009 und der Gewinn des von Thomas Quasthoff initiierten Wettbewerbs “Das Lied – International Song Competition” im Februar 2009 in Berlin.

Wichtige Stationen seiner sängerischen Laufbahn waren Konzerte mit dem Leipziger Gewandhausorchester, The English Concert, L’arpe festante, dem Thomanerchor Leipzig, dem sächsischen Vocalensemble und dem MDR Rundfunkchor. Er sang unter namhaften Dirigenten wie Peter Schreier, Helmuth Rilling, Howard Arman, Ludwig Güttler, Gewandhausorganist Michael Schönheit und Andreas Spering und war bei internationalen Festivals wie den Salzburger Festspielen, dem Prager Frühling, dem Leipziger Bachfest, den Händel-Festspielen Halle, den Dresdner Musikfestspielen, dem MDR Musiksommer und dem Europäischen Musikfest Stuttgart zu hören. Tourneen führten ihn ins europäische Ausland, in die USA und nach Chile sowie mit dem Dresdner Kreuzchor mit Bachs Matthäuspassion (Arien) durch Japan und Südkorea.

Sein umfangreiches Konzertrepertoire erstreckt sich von Claudio Monteverdis Marienvesper über die großen Oratorien und Passionen Johann Sebastian Bachs und Georg Friedrich Händels, die bedeutenden chorsinfonischen Werke wie Die Schöpfung von Joseph Haydn, den Elias von Felix Mendelssohn Bartholdy oder das Deutsche Requiem von Johannes Brahms bis hin zu Werken des 20. Jahrhunderts, wie z.B. Benjamin Brittens War Requiem. Opernengagements führten Tobias Berndt u. a. an das Schlosstheater Rheinsberg und an das Theater Gera. Er arbeitete hier mit herausragenden Barockspezialisten, so auch 2008 mit Howard Arman. Neben barocken Opern von Telemann, Piccinni, Traetta und Händel war er in den Dramatischen Szenen Mozart und Salieri von Rimsky-Korsakow in der Rolle des Salieri zu hören sowie in Eduard Künnekes Operette Der Vetter aus Dingsda als 2. Fremder.

Tobias Berndt widmet sich außerdem sehr intensiv dem Liedgesang. Neben seinen Erfolgen bei internationalen Liedwettbewerben gibt er zahlreiche Liederabende. Zusammen mit seinem Pianisten Alexander Fleischer trat er 2009 in der Kölner Philharmonie, im Festspielhaus Baden-Baden und im Wiener Musikverein auf. Als Liedsänger ist er nach erfolgreichen Auftritten 2007 zudem wiederholt nach Japan eingeladen. Eine umfangreiche Diskografie dokumentiert seine vielseitige künstlerische Tätigkeit.

Martin von der Nahmer, Viola

Martin von der Nahmer spielte bereits fünf Jahre Geige, als er 11jährig zur Bratsche wechselte – weil es bereits einen begabten Geiger in der Familie gab, den Bruder Christoph. Martin von der Nahmer wurde zunächst Schüler von Konrad Grahe an der Essener Folkwanghochschule. Noch während der Ausbildung trat er als Solist mit der Philharmonia Hungarica und dem Landesjugendorchester Nordrhein-Westfalen auf. 1999 folgte ein Studium bei Hartmut Rohde an der Universität der Künste Berlin. Martin von der Nahmer besuchte mit großer Leidenschaft die Konzerte der Berliner Philharmoniker, zu denen seit 1997 auch Bruder Christoph gehörte. Noch während des Studiums trat er zum Probespiel an, doch erst beim zweiten Anlauf 2004 überzeugte Martin von der Nahmer. Er zählt seither zu den jüngsten Bratschisten der Berliner Philharmoniker. In seiner Freizeit geht er gern ins Kino. Er gewann den 1. Preis beim Bundeswettbewerb “Jugend musiziert”.

Frank-Immo Zichner, Klavier

Frank-Immo Zichner wurde 1962 geboren. Seine Ausbildung erhielt er in der Meisterklasse von Dieter Zechlin in Berlin. Seine Förderer wurden Menahem Pressler (Bloomington), Jacob Lateiner (New York) und György Kurtág (Budapest). Frank-Immo Zichner erhielt zahlreiche Auszeichnungen und Preise: 1985 beim Robert-Schumann-Wettbewerb und 1986 beim Kammermusikwettbewerb für Klaviertrio in Colmar/Frankreich.

Von 1986 bis 1994 war er als Pianist am Berliner Schauspielhaus engagiert. 1995 gründete er ein CD-Label unter dem Namen Edition Refugium. Für seine zahlreichen CD-Einspielungen wurde er mit dem Preis der Deutschen Schallplattenkritk, dem Supersonic Award und dem Diapason Découverte ausgezeichnet. Frank-Immo Zichner ist Gast verschiedener Internationaler Festivals, darunter: Berliner Festwochen, Biennale Berlin, Banff/Canada, Bad Kissinger Musiksommer, Moskauer Herbst, Sligo Festival/Irland. Konzerte führten ihn als Pianist und Kammermusiker in über fünfundzwanzig Länder Europas, Skandinaviens, Südostasiens, Mittel- und Südamerikas und nach Japan. Er konzertierte mit dem Vogler Quartett, dem Leipziger Streichquartett und dem Pellegrini Quartett.

Seit 2000 spielt er im Aperto Piano Quartett. Seine Mitstreiter sind Gernot Süßmuth (Violine), Stefan Fehlandt (Viola) und Hans-Jakob Eschenburg (Violoncello). Als Solist musizierte er mit verschiedenen deutschen Orchestern, darunter das Deutsche Sinfonie Orchester, das Berliner Sinfonie Orchester, das Rundfunksinfonie Orchester Berlin, die Staatskapelle Schwerin, unter der Leitung von Marek Janowski, Michail Jurowski, Michael Sanderling u.a. Frank-Immo Zichner unterrichtet an den Hochschulen für Musik “Hanns Eisler” Berlin, “Felix Mendelssohn-Bartholdy” Leipzig und “Franz Liszt” Weimar. Er ist Visiting Professor der School of Music in Bloomington (USA).

Bernhard Hentrich, Violoncello

Bernhard Hentrich studierte Violoncello an den Musikhochschulen Dresden, Karlsruhe und der Schola Cantorum Basiliensis bei Christophe Coin, sowie Musikwissenschaft an der TU Dresden. Er konzertiert in Europa, Nord- und Südamerika, Asien und debütierte in den vergangenen Jahren bei internationalen Festivals wie Adelaide [Australien]. Eine erfolgreiche Zusammenarbeit verband ihn mit dem Tänzer Thomas Hartmann und dem Schauspieler Rolf Hoppe.

Schwerpunkte seiner Vorlesungen und Kurse sind Streichinstrumente des 17. Jahrhunderts in Baugeschichte und Aufführungspraxis. Im Jahr 1997 gelang ihm die Entdeckung eines Violone von Peregrino Zanetto [Ende 16. Jh.]. Seine Untersuchungen zur Geschichte von Streichinstrumenten der Kurfürstlich-Sächsischen Hofkapelle ergaben die Grundlage zur Rückführung einer scheinbar verschollenen Tenor-Viola von Antonius & Hieronymus Amati [1613] an die Sächsische Staatskapelle Dresden [gedruckt 2003 in "Theatrum instrumentorum Dresdense"]. An der Technischen Universität Dresden bereitet er seine Dissertation vor, für die er sich im Rahmen eines Forschungsstipendiums am Deutschen Historischen Institut in Rom aufhielt.

Jaroslav Roucek, Tompete

Der Trompeter Jaroslav Roucek wurde 1970 in der Nähe von Prag geboren. Von 1985 bis 1991 studierte er Trompete am Prager Konservatorium und gewann 1989 den 1. Preis im “Amati”-Interpretationswettbewerb in Kraslice (Graslitz). 1991 bis 1996 setzte er seine Studien bei Prof. Vladimir Rejlek an der Akademie für musische Künste Prag fort; 1998 erlangte er das Diplom im Fach Barocktrompete bei Prof. Friedemann Immer (Sweelinck-Konservatorium Amsterdam). 1994 bis 2007 war er Mitglied der Prager Philharmoniker.

In den Jahren 1994 bis 1996 nahm er drei CD mit Trompeten-sonaten u.a. von Vejvanovský, Biber und Schmelzer für die Marke Matous auf. 2001 gewann er den 2. Preis im 6. Internati-onalen Händel-Wettbewerb Halle. Seit 2000 ist Jaroslav Rou-cek Mitglied des Freiburger Barockorchesters und arbeitet au-ßerdem als Barocktrompetensolist mit vielen anderen europäi-schen Ensembles zusammen (z.B. mit der Akademie für Alte Musik Berlin, der Hannoverschen Hofkapelle, Das Neue Or-chester und dem Ensemble Anima Eterna). Daneben unter-richtet er seit 2008 moderne Trompete an der Akademie der musischen Künste in Prag und arbeitet dort zugleich an einer Dissertation über die Klappentrompete.

Susanne Langner, Alt

Susanne Langner wurde in Dresden geboren. Durch ihr Mitwirken im Gewandhaus-Kinderchor in Leipzig und im Rundfunk-Jugendchor Wernigerode genoss sie schon früh eine musikalische Ausbildung. Seit 1998 studierte sie am Mozarteum Salsburg bei KS Prof. Elisabeth Wilke Gesang und absolvierte ihr Diplom mit Auszeichnung. Inzwischen ist sie Ensemblemitglied des RIAS-Kammerchors in Berlin.

1998 debütierte die Altistin als Barbarina in Figaros Hochzeit. Seitdem wirkte sie in zahlreichen Opernproduktionen mit, z.B. in Idomeneo bei den Salzburger Festspielen. 2004 gewann sie den Publikumspreis und den Sonderpreis des Leipziger Barockorchesters beim internationalen Bachwettbewerb in Leipzig. Darüber hinaus war sie Finalistin bei diversen internationalen Wettbewerben. Konzertverpflichtungen führten sie ins In- und Ausland, wo sie u.a. mit dem Mozarteum-Orchester unter Dennis Russell Davies, dem Leipziger Barockorchester unter David Timm und dem Deutschen Sinfonieorchester unter Peter Rundel musizierte.

Susanne Langner verfügt über ein breites Repertoire vom Barock bis zur Moderne, wobei der Schwerpunkt ihrer Tätigkeit derzeit im Oratorienbereich liegt.

Gerald Fauth, Klavier

Der Pianist Gerald Fauth, geboren in Dresden, besuchte von 1972-1977 die Spezialschule für Musik und wurde unterrichtet von Wolfgang Plehn. Er gewann bereits als junger Pianist zahlreiche Preise und Auszeichnungen. Von 1977 bis 1983 studierte er bei Amadeus Webersinke an der Hochschule für Musik „Carl Maria von Weber“ Dresden. Nach dem Diplom folgte ein Zusatzstudium bei Michail Pletnjev und Lew N. Wlassenko am Moskauer Tschaikowski-Konservatorium. Von 1987 bis 1990 war er zudem Meisterschüler an der Akademie der Künste Berlin.

Gerald Fauth gewann 1. Preise in Barcelona (1987, Kammermusikwettbewerb „Maria Canals“) und Leipzig (1988, 8. Internationaler J.-S.-Bach-Wettbewerb). 1992 wurde er zum Professor für Klavier und Kammermusik an die Hochschule für Musik „Hanns Eisler“ Berlin berufen. Seit 2001 lehrt er an der Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendelssohn Bartholdy“ in Leipzig.

Als Solist war er Gast bedeutender Orchester (u.a. Staatskapelle Berlin, Gewandhaus-Orchester Leipzig, Dresdner Philharmoniker, Berliner Sinfonie-Orchester). Als Mitglied des Klaviertrios „Trio ex aequo“ gab er Konzerte bei zahlreichen Festivals im In- und Ausland, als Kammermusiker gastierte er in vielen europäischen Ländern, Amerika und Asien. Gerald Fauth ist seit vielen Jahren als Juror bei nationalen und internationalen Wettbewerben tätig und hat sich darüber hinaus als Dozent bei Meisterkursen einen Namen gemacht.

Zita Mikijanska, Cembalo

Zita Mikijanska wurde in Lettland geboen. Sie studierte zunächst Klavier an der J. Vitols Musikakademie Lettlands bei Prof. Valdis Jancis, anschließend Cembalo an der Hochschule für Musik und Theater “Felix Mendelssohn Bartholdy” in Leipzig bei Tobias Schade, wo sie im Jahre 2007 ihr Konzertexamen mit Auszeichnung ablegte.

Zita Mikijanska ist eine gefragte Cembalistin und Begleiterin. So spielte sie u.a. mit dem Neuen Bachischen Collegium Musicum, dem Leipziger Concert und dem Thomaner-Chor. Außerdem ist sie Mitglied des Ensembles Sansara in Riga sowie des Ensemble Noema Leipzig.

Seit September 2008 ist Zita Mikijanska Cembalistin und Organistin des United Continuo Ensemble. Ausserdem begleitet sie bei verschiedenen Wettbewerben wie dem Internationalen Johann-Sebastian-Bach-Wettbewerb und dem Bach-Abel-Wettbewerb für Viola da gamba. Seit 2007 ist Zita Mikijanska Lehrbeauftragte für Cembalo und Korrepetition an der Leipziger Musikhochschule sowie für Korrepetition an der Musikschule “Johann Sebastian Bach” in Leipzig.

Cornelia Fiedler, Violine

Cornelia Fiedler studierte Violine an der Hochschule für Musik “Felix Mendelssohn Bartholdy” in Leipzig. Weitere Studien und Meisterkurse bei M. Ronez-Kubitschek, St. Mai, Th. Pietsch und Stanley Ritchie.

Zahlreiche solistische Auftritte mit dem Telemann-Kammerorchester, Verpflichtungen in verschiedenen Barockorchestern (Chursächsische Capelle, Leipziger Barockorchester, Les Talens Lyriques, Dresdner Instrumental-Concert, Les Amis de Philipp, Bremer Barockorchester, Il Febiarmonici).

Thomas Leininger, Cembalo

Thomas Leininger studierte an der Schola Cantorum Basiliensis Cembalo, Orgel und historischen Generalbass. Unterschiedliche Meisterkurse ergänzten seine Ausbildung ebenso wie sein bereits reges eigenes kompositorisches Schaffen. Der Uraufführung seiner zweiten Oper mit Unterstützung der Ernst von Siemens-Stiftung folgten zahlreiche andere Kompositionsaufträge. Als Stipendiat des Deutschen Studienzentrums Venedig widmete er sich der Erforschung der noch unveröffentlichten Opern Pierfrancesco Cavallis.

Thomas Leininger tritt als Solist und Kammermusiker in verschiedenen Ensembles und Orchestern in Deutschland, Österreich und der Schweiz auf und bildet zusammen mit dem Flötisten und Lautenisten Sven Schwannberger den Kern des Ensembles “Il Vero Modo”, dessen inzwischen dritte CD “A Flauto e Cembalo” mit den Flötensonaten Georg Friedrich Händels 2007 erschienen ist. Von der überwältigenden Schönheit Alter Musik überzeugt, prägen ein verantwortungsvoller und unbedingter Ansatz zur historischen Musizierpraxis sowie eine neue/alte Einheit von Komposition, Theorie und Interpretation seine künstlerische Persönlichkeit.

Monica Waisman, Violine

Monica Waisman studierte Violine am Oberlin Konservatorium in Ohio (USA) bei Marilyn McDonald und am Königlichen Konservatorium für Musik in Den Haag (Holland) bei Elizabeth Wallfish. In ihrer Kariere hat sie mit einer großen Anzahl Ensembles wie z.B. dem Carmel Bach Festival Orchestra unter Bruno Weill, dem Ensemble Elyma unter Gabriel Garrido, mit Marc Minkowskis Les Musiciens du Louvre, Pablo Valettis Café Zimmermann, mit Musica Temprana und Jordi Savalls Le Concert des Nations überall auf der Welt gespielt. Sie ist in zahlreichen Aufnahmen des Standardrepertoires des europäischen Barock und der Klassik bis hin zu ganz unbekanntem Repertoire des 18.Jahrhunderts ihrer Südamerikanischen Heimat zu hören. Seit sie 2003 zusammen mit Florian Deuter das Ensemble Harmonie Universelle gegründet hat, beschäftigt sie sich intensiv mit dem Streicherrepertoire des 17. und 18 Jahrhunderts.

Florian Deuter, Violine

Florian Deuter, 1965 geboren, gehört zu den gefragtesten Barockgeigern seiner Generation. 1986 wurde er auf Reinhard Goebels Einladung Mitglied im Ensemble Musica Antiqua Köln. Nach vier prägenden Jahren verließ er das Ensemble, um Konzertmeister- und Soloaufgaben mit anderen führenden europäischen Barockorchestern wahrzunehmen, unter ihnen das Amsterdam Barock Orchester (Ton Koopman), das Gabrieli Consort (Paul McCreesh), die Chapelle Royale Paris/Collegium Vocale Gent (Philipp Herreweghe) und das European Union Baroque Orchestra, um nur einige zu nennen.

1994 kehrte Florian Deuter für weitere sieben Jahre als Primarius und Konzertmeister noch einmal zu Musica Antiqua Köln zurück. Nach mehr als zehnjähriger Konzerttätigkeit auf den führenden Festivals und in den wichtigsten Konzertsälen der Welt verließ er das Ensemble im Jahr 2000 zum zweiten Mal zugunsten solistischer Arbeit und anderem kammermusikalischen Repertoire. Von 2000 bis 2004 war Florian Deuter Konzertmeister des Ensembles Les Musiciens de Louvre von Marc Minkowski.

2003 gründete er das Ensemble Harmonie Universelle, um sich intensiv der Kammermusik des 17. und 18. Jahrhunderts zuzuwenden. Die erste CD mit Kammermusik von Telemann und Fasch bei dem französischen Label Eloquentia wurde von mehreren Magazinen mit den höchsten Auszeichnungen (Classica 10/10, Diapason 5 Stimmgabeln) gepriesen. Die zweite Aufnahme widmet sich der Kammermusik für Streicher von Johann Pachelbel, dessen Todesjahr 2006 zum 300sten Male wie-derkehrte.

Neben der intensiven Beschäftigung mit seinem Ensemble ist Florian Deuter immer wieder als Solist und Konzertmeister verschiedener Ensembles zu hören, u.a. Concerto Köln, Lautten Compagney Berlin und Le Concert Lorrain.

Stephan Schultz, Violoncello

Stephan Schultz, 1972 in Erfurt geboren, begann mit sieben Jahren Cello zu spielen. Er hatte Unterricht bei Anna Niebuhr und begann 1989 ein Violoncellostudium an der Hochschule für Musik und Theater “Felix Mendelssohn Bartholdy” in Leipzig, das er 1996 mit zwei Diplomen abschloss. Seine Lehrer im Hauptfach Violoncello waren Jürnjakob Timm und Wolfgang Weber. Schon während seines Studiums in Leipzig interessierte er sich sehr für die historische Aufführungspraxis und studierte bei Jaap ter Linden an der Akademie für Alte Musik in Dresden Barockcello.

Um die historische Aufführungspraxis im Zusammenhang mit dem Musizieren auf historischen Instrumenten in Leipzig mehr zu fördern, gründete er 1995 gemeinsam mit einigen anderen Musikern das Leipziger Barockorchester (LBO), dem er bis heute angehört. Konzertreisen mit dem LBO und anderen Barockensembles (z.B. Concerto Köln, La Stravaganza Köln, Il Gardellino, Il Fondamento und Barockorchester der Europäischen Union) führten ihn in viele große europäische Konzertsäle, u.a. ins Konzerthaus Wien (wo er solistisch und gemeinsam mit Harry van der Kamp und Alexander Weimann auftrat), Concertgebouw Amsterdam, Auditorio Nacional Madrid und in die Berliner Philharmonie, nach Japan, Mexiko und zu verschiedenen Musikfestivals in Frankreich.

Stephan Schultz spielte unter der Leitung bekannter Dirigenten (Reinhard Goebel, Roy Goodman, Peter Neumann, Thomaskantor Georg Christoph Biller, Peter Schreier u.a.) und musizierte gemeinsam mit Emma Kirkby, Nancy Argenta, Harry van der Kamp, Peter Kooij, Masaaki Suzuki. Bei zahlreichen Rundfunk-, Fernseh- und CD-Produktionen wirkte er mit, u.a. für Philips, RAM, MDR, NDR, SR, France Musique, BBC und ORF. Er war zu Gast bei vielen Festivals wie den “Resonanzen” Wien, der Trigonale, dem Festival van Vlaanderen Brugge, Schleswig Holstein Musik Festival, Rheingau Musik Festival, MDR-Musiksommer, der Bachwoche Ansbach, dem Leipziger Bachfest, der La Chaise-Dieu u.a. Seit 2006 ist er Künstlerischer Leiter des französischen Barockensembles “Le Concert Lorrain”. Er gibt regelmäßig Meisterkurse in Holland, Frankreich, Finnland und Japan.

Trio Ex Aequo

Dieses Trio ist mehr als die Summe seiner Teile und man fragt sich, warum die Musiker Matthias Wollong (Violine), Matthias Moosdorf (Violoncello) und Gerald Fauth (Klavier) erst jetzt zu einem Klaviertrio gefunden haben. Jeder für sich hat mit dem anderen schon seit Jahren konzertiert; ausgebildet in den Meisterklassen von Berlin und Leipzig kann jeder auf eine beeindruckende Karriere verweisen. Die jüngste Doppel-CD des Trios (GENUIN 2008) enthält die drei Klaviertrios von Johannes Brahms und dessen Trio für Klarinette, Violoncello und Klavier (mit Karl Leister, Klarinette).

Matthias Moosdorf, Violoncello

Matthias Moosdorf ist Cellist des Leipziger Streichquartetts, eines der besten Quartette der Welt. Er bereiste mit diesem Ensemble über 60 Länder aller Kontinente, wirkte mit in über 80 preisgekrönten CD-Aufnahmen. Allein viermal gewann er den ECHO-Klassik. Die Bandbreite der Gesamtaufnahmen reicht von Mozart, Schubert, Mendelssohn bis Weill, Cage und Brahms. Als seine musikalischen Partner sind u.a. Alfred Brendel, Christian Zacharias, Giora Feidman, Hans Zender, Karl Leister und Olaf Bär zu nennen. Sein Instrument entstammt der Werkstatt von Andrea Guarneri 1697.

Matthias Wollong, Violine

Der Geiger Matthias Wollong wurde nach gleicher Position beim Rundfunksinfonieorchester Berlin 1999 von Giuseppe Sinopoli als 1. Konzertmeister der Staatskapelle Dresden verpflichtet. Als Preisträger des “Joseph-Joachim-Wettbewerbs” arbeitete er schon früh als Solist mit Dirigenten wie Frühbeck de Burgos, Sir Colin Davis oder Bernhard Haitink. Außerdem leitete er mehrere Tourneen des Deutschen Kammerorchesters und des Neuen Berliner Kammerorchesters. Auf CD ist er u.a. mit Werken von Schoeck, Bloch und Furtwängler zu hören. Er spielt auf einer Violine von Andrea Guarneri aus dem Jahr 1676.