Jürgen Holtz, Schauspieler

Jürgen Holtz wurde 1932 in Berlin geboren und wuchs dort auf. Nach dem Abitur studierte er 1952-1953 am Theaterinstitut Weimar und 1953-1955 an der Theaterhochschule Leipzig.

Erste Theaterengagements führten Jürgen Holtz nach Erfurt, Brandenburg/Havel und Greifswald. Von 1964-1983 waren seine Spielstätten in Berlin: Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz (1964-1966 und 1977-1983), Deutsches Theater (1966-1974) und Berliner Ensemble (1974-1977). Zu seinen wichtigsten Rollen in den 60er und 70er Jahren werden die Titelrolle in Benno Bessons Uraufführungs-Inszenierung von Peter Hacks’ “Moritz Tassow” und der Angelo in Adolf Dresens Inszenierung von Shakespeares “Maß für Maß” gezählt. Als Gast spielte Jürgen Holtz im Schauspielhaus Hamburg (1978) die Titelrolle in Bertolt Brechts “Fatzer”, im Schauspielhaus Bochum (1981/82) den Debuisson in Heiner Müllers “Auftrag”. 1983 reiste er aus der DDR aus und erhielt sein erstes bundesdeutsches Engagement am Münchener Residenztheater. 1985-1990 und 1992-1995 war er am Schauspiel Frankfurt/Main unter Vertrag, 1991 als Gast am Schauspielhaus Zürich. 1995-2000 arbeitete Jürgen Holtz wieder am Deutschen Theater in Berlin. Dort spielte er u.a. in William Shakespeares “Sommernachtstraum” den Puck (Regie: Jürgen Gosch), den Earl von Worcester in William Shakespeares “Geschichte von Heinrich IV.” (Regie: Thomas Langhoff), den Estragon in Samuel Becketts “Warten auf Godot” (Regie: Jürgen Gosch) sowie die Titelrolle in Thomas Bernhards “Weltverbesserer” (Regie: Johannes Schütz). Seit 2000 wirkt er als Gast beim Berliner Ensemble sowie am Nationaltheater Mannheim, wo er die großen Rollen des Nathan in Lessings “Nathan der Weise”, des Dorfrichters Adam in Kleists “Der zerbrochene Krug” und des Königs Philipp in Schillers “Don Carlos” gibt. In seinem äußerst vielseitigen Schauspielerleben arbeitete Jürgen Holtz mit bedeutenden Regisseuren zusammen, z.B. mit Adolf Dresen, Benno Besson, Ruth Berghaus, B. K. Tragelehn, Werner Schroeter, Jürgen Gosch, Robert Wilson, Einar Schleef und George Tabori.

Jürgen Holtz übernahm unterschiedlichste Rollen in Funk, Film und Fernsehen. Seit 1980 trat er in diversen Hörspielen des Hörfunks der DDR sowie nahezu aller ARD-Rundfunksender auf. Er gab Lesungen u.a. von Goche, Kafka, Brecht, Müller, Fontane, Oc und Koeppen. Einem breiten Publikum wurde er als gesamtdeutscher Nörgler “Motzki” in der gleichnamigen Fernseh-Serie von Wolfgang Menge bekannt. Er spielte in zahlreichen Kinofilmen, u.a. in “Rosa Luxemburg” (1986) den Karl Kautsky (Regie: Margarethe von Trotta), in “Made in Israel” (2001) ”the last Nazi” Egon Schultz (Regie: Ari Folman) und in “Good bye, Lenin!” (2001) den Herrn Ganske (Regie: Wolfgang Becker).

Jürgen Holtz wurde vielfach ausgezeichnet. 1990 bekam er einen Adolf-Grimme-Preis für die Darstellung des Struck in “Reporter”, 1993 wurde er von “Theater Heute” zum Schauspieler des Jahres gewählt und ebenfalls 1993 erhielt er den Gertrud-Eysoldt-Ring für die Darstellung des Alten in “Katarakt” von Rainald Goetz. 2004 wurde ihm der Hessische Staatspreis für Kultur verliehen.


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