Kolja Blacher, Violine

Kolja Blacher, in Berlin geboren, ging fünfzehnjährig an die New Yorker Juilliard School of Music, um bei Dorothy DeLay zu studieren. Nach Abschluss des Studiums bei Sándor Végh in Salzburg begann eine bemerkenswerte Solo-Karriere. Seit Oktober 1999 hat er eine Professur für Violine und Kammermusik an der Hamburger Musikhochschule inne. Im Frühjahr 2009 wechselt er in gleicher Position nach Berlin an die Hochschule für Musik Hanns Eisler.

Als Solist gastiert er bei bedeutenden Orchestern, darunter den Philharmonikern in Berlin, Oslo, St. Petersburg und München, dem Gewandhausorchester Leipzig, dem Sinfonieorchester des NDR, dem Mahler Chamber Orchestra (MCO), dem Gürzenich Orchester Köln und dem Chamber Orchestra of Europe. Er konzertiert mit führenden Dirigenten wie Claudio Abbado, Daniel Barenboim, Alan Gilbert, Daniel Harding, Vladimir Jurovsky, Mariss Jansons, Dmitrij Kitajenko, Kent Nagano, Jonathan Nott und Kirill Petrenko.

Durch sehr gute Erfahrungen mit dem Stuttgarter Kammerorchester, Santa Cecilia in Rom, Hong Kong Philharmonic (Beethoven Violinkonzert), der Kioi Sinfonietta in Tokio (Brahms Violinkonzert) und dem Melbourne Symphony Orchestra hat er seine Leidenschaft für Spielen und Leiten in Personalunion entdeckt und wird dies in den kommenden Saisons weiter ausbauen, so in 2008/2009 zum Beispiel mit dem Schleswig-Holstein Festival Orchester, den Hamburger Symphonikern, beim Zermatt Festival (Scharoun Ensemble), in Auckland (Neuseeland) und in Budapest.

Seine Einspielung der Sonaten von Schostakowitsch und Mieczyslaw Weinberg (gemeinsam mit dem Pianisten Jasha Nemtsov) bei Hänssler bekam im April 2007 den “Vierteljahrespreis” der Deutschen Schallplattenkritik. Seine Aufnahme der Violinkonzerte von Strawinsky und Berg mit Claudio Abbado und dem MCO wurde im Mai 2006 mit dem Diapason d’Or ausgezeichnet sowie ebenfalls mit dem “Vierteljahrespreis” der Deutschen Schallplattenkritik. Dazu hieß es im Fono Forum: “Mit dieser Live-Aufnahme profiliert er sich einmal mehr als ein Geiger von Weltklasseformat. Seine Auslegung der Berg-Partitur ist geprägt von Klarheit der Linienführung, romantischer, aber stets variabler Tongebung. Wie das Werk ‘tranquillo’ ausklingt, ist bezwingend. Strawinskys Violinkonzert lebt auf in seiner prägnant kraftvollen Extrovertiertheit.” Frühere Aufnahmen, darunter Einspielungen des Violinkonzerts von Boris Blacher, Hindemiths Kammermusik Nr. 4 sowie der Violinsonaten von Schumann, Bartok und Holliger (mit Bruno Canino als Partner) sind mehrfach ausgezeichnet worden. Im Laufe der Saison 2008/2009 wird eine CD mit den Violinkonzerten von Weill und Hindemith mit dem MCO unter der Leitung von Claudio Abbado erscheinen.

Ein Highlight der Saison 2009 war Kolja Blachers Zusammenarbeit mit Vladimir Jurowsky und dem London Philharmonic Orchestra in London und Brüssel. Weitere Engagements führten ihn nach Auckland, Sydney, Venedig und zum ersten Mal nach Brasilien. Im Januar 2009 spielte er mit dem Tokyo Philharmonic Orchestra in der Suntory Hall das Violinkonzert von Schönberg und gab auch mehrere Kammerkonzerte in Japan. Kammermusik bildete in dieser Saison einen Schwerpunkt. Im Januar und Mai war er mit Clemens Hagen und Kirill Gerstein auf Tournee. Die Konzerte führten sie unter anderem nach Madrid, Salzburg, Wien und Bremen. Im Dezember feierte er das Messiaen-Jubiläum in Hamburg, Vevey und Turin mit seinen Kollegen David Geringas, Eduard Brunner und dem Pianisten Vassily Lobanov. Mit Letzterem war er 2009 auch mehrfach in Rezitalen zu erleben. Im Juni 2010 spielte Kolja Blacher das Violinkonzert von Robert Schumann mit dem Mendelssohn-Orchester und David Timm als Dirigent im Bundesverwaltungsgericht.

Kolja Blacher spielt die so genannte “Tritton” Stradivari Geige von 1730, die ihm von Frau Kimiko Powers zur Verfügung gestellt wurde.

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