Martina Gedeck, Schauspielerin

Martina Gedeck, in München geboren und in Berlin aufgewachsen, trat als 11-Jährige in der Fernseh-Serie “Die Sendung mit der Maus” auf. Nach ihrem Abitur ließ sie sich von Herbst 1982 bis Sommer 1986 am Max-Reinhardt-Seminar in Berlin zur Schauspielerin ausbilden. Noch als Schauspielschülerin spielte sie in Janusz Glowackis Stück “Aschenkinder” im Frankfurter Theater am Turm die Insassin einer Besserungsanstalt, die in einem dort inszenierten Theaterstück die Rolle des Prinzen übernimmt. Debüt am Deutschen Schauspielhaus Hamburg als Marianne in Molières “Der Geizige” (Regie Wilfried Minks, 1987), danach in Goethes “Reineke Fuchs” als Giremund (Regie Michael Bogdanov, 1987). Weitere Engagements in Basel (Schauspielhaus), Berlin (Theater am Kurfürstendamm), Frankfurt/Main (Schauspiel) und Hamburg (Kammerspiele).

Einem größeren Publikum wurde sie 1994 als Jutta in Sönke Wortmanns erfolgreicher Kino-Komödie “Der bewegte Mann” bekannt. Ein Jahr später war sie in Rainer Kaufmanns “Stadtgespräch” eine junge Mutter, die von ihrem Mann mit ihrer besten Freundin betrogen wird. In Wolfgang Beckers “Das Leben ist eine Baustelle” verkaufte sie als schlampige Rabenmutter Lilo auf Hausfrauen-Partys Reizwäsche. 1998 erhielt sie einen Adolf-Grimme-Spezialpreis für ihre Rolle als Dozentin für Kriminalpsychologie, die an einen Kaspar-Hauser-Fall gerät (“Lea Katz – Die Kriminalpsychologin: Das wilde Kind”). In Dominik Grafs Familiendrama “Deine besten Jahre” wird Martina Gedeck als reiche Unternehmersgattin Vera Kemp überraschend mit der jungen Geliebten ihres Mannes konfrontiert, verliert bei einem Verkehrsunfall Mann und Sohn und soll außerdem um ihr Vermögen gebracht werden. Zum internationalen Erfolg wurde ihre Rolle als Starköchin Martha Klein in der Komödie “Bella Martha”, dem Kinodebüt von Sandra Nettelbeck. Der Film erzählt die Geschichte der Meisterköchin Martha, die wegen des plötzlichen Unfalltodes ihrer Schwester deren Tochter versorgen muss und sich nebenbei in den italienischen Aushilfskoch Mario (Sergio Castellito) verliebt. Für diese Rolle erhielt sie den Deutschen Filmpreis 2002. In der nach authentischen Vorlagen konzipierten deutsch-deutschen Agentengeschichte “Romeo” (Hermine Huntgeburth) muss sie als Sekretärin Lotte Zimmermann feststellen, dass ihr Ehemann Hermann (Sylvester Groth) sie als Tarnung für seine DDR-Spionagetätigkeit ausgenutzt hat. 2004 erhielt Martina Gedeck den Deutschen Fernsehpreis für ihre Rolle in “Hunger auf Leben”, der auf den Tagebüchern der DDR-Schriftstellerin Brigitte Reimann beruht. 2006 spielte sie an der Seite von Sebastian Koch im Stasi-Drama “Das Leben der Anderen” eine bekannte DDR-Theaterschauspielerin, deren Beziehung und Leben unter dem Druck der Stasi zerbricht. Der Film von Florian Henckel von Donnersmarck erhielt 2007 den Oscar für den besten fremdsprachigen Film. 2008 gibt Martina Gedeck die Ulrike Meinhof in Bernd Eichingers Film “Der Baader Meinhof Komplex”.

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