Ulrich Herbert, Historiker


Ulrich Herbert, Jahrgang 1951, gilt als einer der führenden Historiker der Bundesrepublik. Er lehrt Neuere und Neueste Geschichte in Freiburg. Erhielt 1999 den Leibniz-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft und war 1999 bis 2006 Mitglied des Wissenschaftsrats. Wer 1951 geboren wurde, war sich von vornherein bewusst, dass der Schatten der Vernichtungs- und Versklavungspolitik seine wissenschaftliche Arbeit stets begleiten würde – andererseits aber war klar, dass die bisherigen Antworten auf die Fragen nach den Initiatoren, den Motiven und dem konkreten Verlauf durch eine Theorie des Totalitarismus noch nicht beantwortet waren.

Seine Habilitationsschrift “Best. Biographische Studien über Radikalismus, Weltanschauung und Vernunft, 1903 – 1989″, die sich der Karriere des Polizeichefs und SS-Obergruppenführers Werner Best widmete, wird heute als ein Markstein des historiographischen Nahblicks auf die Mentalität der Akteure der NS-Politik angesehen. Best vertrat die nationalsozialistische Intelligenzschicht.

Ulrich Herbert gibt mit einer Forschergruppe, zu der auch Götz Aly gehört, eine auf sechzehn Bände angelegte Quellen- und Dokumentensammlung heraus, die unter dem Titel “Verfolgung und Ermordung der Juden in Europa” ein umfassendes Bild der NS-Politik ermöglichen soll – Anfang 2008 ist der erste Band erschienen, der sich der Zeit unmittelbar nach Hitlers Machtübernahme widmet.

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