Keiko Urushihara, Violine

Keiko Urushihara begann ihre musikalische Karriere an der High School der Tokyo University of Fine Arts and Music. 1981 erhielt sie den 1.Preis beim 8. Wieniawski International Concours als jungste Kunstlerin und erste Japanerin, die diesen Preis jemals gewonnen hat. 1982 begann sie in Tokio zu studieren. Sie konzertierte in Polen und Deutschland, war Gast im Fernsehen und spielte auf weithin bekannten Musikfestivals wie dem Prager Frühling.

Die Geigerin wurde 1991 als Solistin fur die Europatour der Japan Philharmonic ausgewahlt und schon funf Jahre spater trat sie gemeinsam mit dem Osaka Century Orchestra wahrend dessen Asientour auf. Sie spielte unter der Leitung zahlreicher beruhmter Dirigenten wie Vladimir Spivakov, Ervin Lukacs, Jiri Belahovek und Ferdinand Leitner und konzertierte mit Orchestern wie den Staatlichen Kammervirtuosen Moskau, dem Ungarischen Nationalorchester, der Slovakischen Philharmonie, den Wiener Symphonikern, der Warschauer National-Philharmonie und dem St. Petersburger Philhamonischen Orchester. Derzeit lehrt Keiko Urushihara sowohl an der Tokyo University of Fine Arts and Music als auch an der National University of the Arts.

Jacob Leuschner, Klavier

Jacob Leuschner wurde 1974 in Freiburg/Breisgau geboren. Ersten Klavierunterricht erhielt er mit sieben Jahren bei Merlinde Weiss. Zu seinen weiteren Lehrern zählten Prof. Helmut Barth und Prof. Michel Béroff an der Freiburger Musikhochschule sowie Prof. Konrad Elser an der Musikhochschule Lübeck. Meisterkurse bei Leonard Hokanson, Karl Ulrich Schnabel, Claude Frank, Bernard Roberts, Sergio Fiorentino und anderen ergänzten seine Ausbildung.

Zahlreiche Preise und Auszeichnungen bei bedeutenden Klavierwettbewerben bezeugen seinen künstlerischen Rang: Viotti (Vercelli), Schubert (Dortmund), Beethoven (Wien), Mozart (Salzburg), Leeds, Rina Sala Gallo (Monza), Deutscher Musikwettbewerb, Deutscher Hochschulwettbewerb, um nur die wichtigsten zu nennen. Leuschner ist ferner Träger des Possehl-Musikpreises, des Kai-Uwe-von-Hassel-Preises und des Wiesbadener Mozartpreises. Er war mehrfacher Teilnehmer des Förderungsprojekts “Bundesauswahl Konzerte Junger Künstler” des Deutschen Musikrats.

Seit 1989 führen ihn Konzertreisen in die meisten europäischen Länder und in die USA. Er hat in vielen bedeutenden Konzertsälen gastiert, so z. B. in der Hamburger Musikhalle, der Stuttgarter Liederhalle, dem Konzerthaus und der Philharmonie Berlin, der Bonner Beethovenhalle und der Bremer Glocke sowie im Wiener Musikverein und im Concertgebouw Amsterdam; auch ist er gern gesehener Gast bei zahlreichen internationalen Festivals (Schleswig-Holstein, Ludwigsburg, Salzgitter, Oberstdorf, Lübeck, Bodenseefestival, Kissinger Sommer, Montfort l’Amaury, Esbjerg etc.). Als Solist spielte er u.a. mit der Klassischen Philharmonie Bonn, dem Hamburger Philharmonischen Kammerorchester, den Lübecker Philharmonikern, dem Landesjugendorchester Schleswig-Holstein, dem Brandenburgischen Staatsorchester, dem Orchester des Staatstheaters Darmstadt, der Reichenhaller Philharmonie, der Freiburger Orchestergesellschaft, dem Sinfonieorchester der Universität Mozarteum Salzburg, dem Bachorchester Herzogtum Lauenburg und dem Orchestra sinfonica giovanile del Piemonte und arbeitete dabei mit Dirigenten wie Heribert Beissel, Nicholas Carthy, Stefan Blunier und Dennis Russell Davies zusammen. Jacob Leuschner machte Rundfunk und Fernsehproduktionen bei zahlreichen deutschen und ausländischen Sendern, auch liegen einige CD Einspielungen vor. Neben seiner solistischen Tätigkeit widmet er sich intensiv der Kammermusik in unterschiedlichen Besetzungen. 1997 gründete er mit seiner langjährigen Duopartnerin Angela Schwartz (Violoncello) und dem Geiger Alexander van Wijnkoop das Ariadne Trio Basel; zudem ist er u.a. Duopartner der Geigerin Anke Dill, des Cellisten Sebastian Klinger und des Klarinettisten Clemens Trautmann. Mit den beiden Letztgenannten gründete er 2003 das Feuerbach-Trio.

Jacob Leuschner lehrte an der Musikhochschule Lübeck und hatte eine Gastprofessur an der Hochschule für Musik FRANZ LISZT in Weimar inne. Zum Sommersemester 2008 erhielt er einen Ruf als Professor an die Musikhochschule Köln. Er hat Meisterkurse in der Schweiz, in Japan, England und Spanien gegeben. Sein Repertoire reicht von den Virginalisten bis in die unmittelbare Gegenwart; Schwerpunkte bilden das Schaffen Mozarts, Beethovens, Schumanns und Schuberts sowie die Meister der klassischen Moderne. Mehrfach spielte er sämtliche Klaviersonaten von Beethoven und von Mozart in Konzertzyklen, 2009 gab er einen Konzertzyklus aller Schubert-Sonaten.

Carolin Widmann, Violine

In München geboren, wurde Carolin Widmann bei Igor Ozim in Köln, bei Michèle Auclair in Boston und bei David Takeno in London ausgebildet. Sie ist regelmäßiger Gast bei renommierten Festivals in Luzern, Schleswig-Holstein und Salzburg, beim Enescu Festival in Bukarest, dem Festival D’Automne in Paris sowie bei den Kammermusikfestivals in Lockenhaus, Heimbach und Jerusalem.

Als Solistin konzertierte Carolin Widmann mit dem Gewandhaus-Orchester Leipzig, dem Orchestre National de France (Paris), dem Orchestra di Santa Cecilia (Rom), dem Tonhalle-Orchester Zürich, dem RSO Wien, BBC Symphony Orchestra London, dem London Philharmonic Orchestra und dem China Philharmonic Orchestra Peking unter Dirigenten wie Riccardo Chailly, Sir Roger Norrington, Silvain Cambreling, Vladimir Jurowski, Emanuel Krivine, Peter Eötvös und Heinz Holliger.

In der Saison 2011/12 wird Carolin Widmann unter anderem die Uraufführung des Violinkonzertes “still” von Rebecca Saunders, mit dem BBC Symphony Orchestra unter der Leitung von Sylvain Cambreling, im Rahmen des Beethovenfestes in Bonn spielen. Gemeinsam mit Alexander Lonquich (Klavier) und Nicolas Altstaedt (Cello) wird sie des Weiteren das choreographische Konzert “gefaltet” (Arbeitstitel) von der renommierten Berliner Choreographin Sasha Waltz und dem Komponisten Mark André bei der Mozartwoche 2012 zur Uraufführung bringen. Weitere Aufführungen des Projektes sind in Berlin, Zürich und Luxemburg geplant.

Carolin Widmanns Debüt-CD “Reflections I” wurde 2006 mit dem Jahrespreis der Deutschen Schallplattenkritik ausgezeichnet. Im September 2008 erschien ihre erste Platte bei ECM mit den Schumann-Sonaten, die sie zusammen mit Dénes Várjon eingespielt hat, und die von der Presse hoch gelobt wurde. Ihre im Herbst 2009 erschienene CD “Phantasy of Spring” mit Werken von Feldman, Zimmermann, Schönberg und Xenakis wurde mit dem diapason d’or und mit dem Preis der deutschen Schallplattenkritik 2010 in der Kategorie Kammermusik ausgezeichnet. Im Jahr 2012 wird ebenfalls bei ECM eine Aufnahme des Feldman Violinkonzerts sowie eine CD mit Stücken von Franz Schubert erscheinen, die sie gemeinsam mit dem Pianisten Alexander Lonquich aufgenommen hat.

Über ihre Solistentätigkeit hinaus ist Carolin Widmann seit Oktober 2006 Professorin für Violine an der Hochschule für Musik und Theater’ Felix Mendelssohn-Bartholdy’ in Leipzig und wurde kürzlich berufen, ab 2012 die künstlerische Leitung des ältesten Kammermusikfestivals Deutschlands, der Sommerlichen Musiktage Hitzacker, zu übernehmen.

Carolin Widmann spielt eine Violine von G.B. Guadagnini aus dem Jahre 1782.

Karl Leister, Klarinette

Karl Leister wurde in Wilhelmshaven geboren. Den ersten Unterricht erhielt er von seinem Vater, der als Klarinettist Mitglied des Rias-Symphonie-Orchesters war. Von 1953-1956 studierte er an der Hochschule für Musik in Berlin und wurde 1957 im Alter von 19 Jahren Solo-Klarinettist an der Komischen Oper Berlin unter Vaclav Neumann und Walter Felsenstein.

1959 begann seine Tätigkeit als Solo-Klarinettist im Berliner Philharmonischen Orchester unter Herbert von Karajan. Die 30 Jahre des “gemeinsamen Wanderns” mit Karajan war die wichtigste und prägendste Zeit für Karl Leister. Zugleich begann auch seine internationale Karriere als Solist und Kammermusiker. Seine Kammermusikpartner waren u.a. das Amadeus-Quartett, Vermeer-Quartett, Leipziger Streichquartett, Artis-Quartett, Vogler-Quartett, Wilhelm Kempf, Pierre Fournier, Gidon Kremer, Rita Streich, Kathleen Battle sowie als Pianisten James Levine, Ricardo Muti, Gerhard Oppitz, Christoph Eschenbach, Bruno Canino, Elena Bashkirova, Elisabeth Leonskaja, Paul Gulda, Stefan Vladar und Ferenc Bognar. Weiterhin spielte er als Solist unter der Leitung von Herbert von Karajan, Karl Böhm, Seiji Ozawa, Eugen Jochum, Raphael Kubelik, Aaron Copland, Sir Neville Marriner, Paavo Berglund, Rafael Frühbeck de Burgos, Kent Nagano u. a.

Karl Leister ist Mitbegründer der Bläser der Berliner Philharmoniker, Berliner Solisten und des Ensemble Wien-Berlin. Seit Gründung der Herbert-von-Karajan-Akademie des Berliner Philharmonischen Orchesters hat Karl Leister den Nachwuchs unterrichtet, und viele seiner ehemaligen Studenten sind heute in bedeutenden Positionen in deutschen und internationalen Orchestern tätig. Gleichzeitig ist er bei internationalen Festivals und Meisterkursen gefragt. Karl Leister erhielt zahlreiche Preise und Auszeichnungen bei nationalen und internationalen Musikwettbewerben. Darüber hinaus hat er nahezu alle Werke der Klarinettenliteratur bei folgenden Labels eingespielt: DGG, Teldec/Warner, Orfeo, D+G, BIS, Nimbus, Sony, Camerata Tokyo,EMI, Philips und andere. 1987 wurde er Ehrenmitglied und Gastprofessor an der Royal Academy of Music London. Von 1993 bis 2002 war Karl Leister Professor an der Hochschule für Musik Berlin “Hanns Eisler”.

Monika Harms, Generalbundesanwältin a.D.

Monika Harms, Tochter des Marineoberstabsrichters Adolf Harms, wuchs in Frankfurt am Main auf und lebt heute verheiratet in Hamburg. Von 1974 bis 1980 arbeitete sie in der Hansestadt als Staatsanwältin für Wirtschaftsstrafsachen, anschließend bis 1983 als Richterin am Landgericht und dann bis 1987 am Finanzgericht Hamburg. Harms lehrt seit 1990 an der Bundesfinanzakademie in Brühl und zählt zu den Mitherausgebern der Zeitschrift für Wirtschafts- und Steuerstrafrecht und von Praxis Steuerstrafrecht.

1987 wurde Monika Harms Richterin am Bundesgerichtshof, 1999 den Vorsitzende des in Leipzig ansässigen 5. Strafsenats. Sie wirkte u.a. an den Revisionsentscheidungen gegen Egon Krenz wegen der Todesschüsse an der innerdeutschen Grenze (1999) sowie gegen die “La Belle”-Attentäter (2003) mit. Beteiligt war sie auch an der Aufhebung des Augsburger Urteils gegen Max Strauß, den Sohn des früheren bayerischen Ministerpräsidenten Franz Josef Strauß, wegen Steuerhinterziehung.

Seit Juni 2006 war Monika Harms Generalbundesanwältin. In dieser Funktion stellte sie u.a. im Dezember 2007 die Aufhebung des Urteils gegen den im Reichstagsbrandprozess verurteilten Holländer Marinus van der Lubbe fest.

2008 wurde Monika Harms zur Honorarprofessorin für das Fachgebiet Strafrecht, Strafprozessrecht und Steuerstrafrecht an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg ernann. Mit Erreichen ihres 65. Lebensjahres trat sie Ende September 2011 in den Ruhestand.

Trio Ex Aequo – Kurzgeschichte des Klaviertrios (Teil III)

28. September 2011

Eine musikalische Kurzgeschichte des Klaviertrios (Teil III)

Trio Ex Aequo
Matthias Wollong (Violine)
Matthias Moosdorf (Violoncello)
Gerald Fauth (Klavier)

Robert Schumann,
Klaviertrio Nr. 1 d-moll op.63

Wolfgang Rihm,
Fremde Szene III für Violine, Violoncello und Klavier

Johannes Brahms,
Klaviertrio Nr. 3 c-moll op.101

Frank Martin,
Trio für Violine, Violoncello und Klavier

Da Sol Kim, Klavier

Der Pianist Da Sol Kim ist 1989 in Pusan (Südkorea) geboren. Von 2002 bis 2006 studierte er Klavier an der Kunstoberschule (Fachrichtung Musik) in Pusan bei In Il Kim und als Mitglied der Nachwuchsförderklasse der University of National Arts in Seoul bei Prof. Jong Phil Lim. Im Oktober 2006 nahm er sein Klavierstudium an der Hochschule für Musik und Theater “Felix Mendelssohn Bartholdy” in Leipzig bei Prof. Gerald Fauth auf.

Schon als Jugendlicher errang Da Sol Kim zahlreiche Preise. 2004 war er Preisträger beim nationalen Musikwettbewerb des Pusan MBC Broadcasting, im selben Jahr gewann er den Musikwettbewerb der Ulsan Universität. 2005 errang er den 1. Preis des Internationalen Musikwettbewerbs Nagoya (Japan) und den 2. Preis des Internationalen Musikwettbewerbs Isang Yun in Gyeongnam (Korea). 2006 war er 1. Preisträger des Internationalen Asia Chopin Wettbewerbs in Japan. 2008 gewann er beim XI. Internationalen Robert-Schumann-Wettbewerb und beim Internationalen Klavierwettbewerb von Genf jeweils den überaus respektablen 3. Preis. Im Jahr 2010 war er Preisträger des bedeutenden Internationalen Klavierwettbewerbs “Concours Reine Elisabeth” in Brüssel, 2011 beim ARD Musikwettbewerb.

Seit 2006 entfaltet Da Sol Kim eine rege Konzerttätigkeit. Als Solist trat er 2006 im Rahmen des “Rising Star Piano Recital” beim Internationalen Musikfestival in Pusan, beim “Great Pianists Konzert” des Euro Art Music Festivals in Leipzig und beim Festival “Junge Meisterpianisten” in Bayreuth auf. 2006 gab er als Solist einen Klavierabend in Schneeberg (Erzgebirge), 2007 wirkte er im März, Juli und November an Klavierabenden in Leipzig mit. Im selben Jahr spielte er mit dem Miracle Chamber Orchestra in Leipzig das Klavierkonzert von Robert Schumann. 2008 musizierte der Pianist im Rahmen eines Familienkonzerts im Konzerthaus Berlin, nahm an der X. Schumanniade im Robert und Clara Schumann-Haus in Leipzig teil, gab einen Klavierabend im Bundesverwaltungsgericht und spielte mit dem Sinfonie-Orchester der Musikhochschule in Leipzig das 1. Klavierkonzert von Brahms. Mit demselben Orchester spielte er im November 2009 im Gewandhaus das Klavierkonzert b-moll von Tschaikowski.

Barbara Buntrock, Viola

Barbara Buntrock, geboren 1982, erhielt ersten Violinunterricht im Alter von 5 Jahren. Nach dem Wechsel zur Viola studierte sie bei Werner Dickel, Prof. Barbara Wetphal und Heidi Castleman, danach an der Hochschule für Musik “Hanns Eisler” Berlin Konzertexamen bei Lars Anders Tomter und Tabea Zimmermann-Sloane. Außerdem besuchte die Bratscherin zahlreiche Meisterkurse wie die Verbier Festival Academy oder die IMAS (International Music Academy of Switzerland), bei denen sie mit Musikern wie u.a. Seiji Ozawa, Nobuko Imai, Gabor Takacz-Nagy, Kim Kashkashian, Anner Bylsma oder Bruo Giuranna arbeitete.

Barbara Buntrock ist erste Preisträgerin des Internationalen Musikwettbewerbs Markneukirchen 2007, Preisträgerin des Felix Mendelssohn Bartholdy-Wettbewerbs 2008, des Deutschen Musikwettbewerbs 2006, des Internationalen Musikwettbewerbs der ARD München 2004 und des Concours de Genève 2005.

2008 wurde sie von ihrer Heimatstadt Wuppertal mit dem Von-der-Heydt-Förderpreis ausgezeichnet für “… eine auffallende, stetige musikalische Entwicklung und Reifung einer jungen Künstlerpersönlichkeit: In vielen Konzerten – solistisch und als Kammermusikerin – überzeugen ihre hohe Musikalität und ihr ausdrucksstarkes, klangsinnliches Spiel”.

Als Solistin trat die Bratscherin u.a. mit dem Stuttgarter Kammerorchester, dem Sinfonieorchester Wuppertal, dem Kurpfälzischen Kammerorchester, dem Südwestdeutschen Kammerorchester, den Bergischen Symphonikern, den Bochumer Symphonikern und der Südwestfälischen Philharmonie auf.

Barbara Buntrock war Stipendiatin der Studienstiftung des Deutschen Volkes und der Deutschen Stiftung Musikleben. 2009 wurde sie als 1. Solo-Bratscherin Mitglied des Gewandhausorchesters Leipzig, seit 2011 tritt sie weltweit als freie Kammermusikerin auf. Sie spielt eine Viola von Antonio Mariani aus Pesaro (ca. 1650), die früher das Instrument des berühmten Bratschisten Lionel Tertis war.

Ensemble Leipzig-Berlin

7. September 2011

Ensemble Leipzig-Berlin
Thomas Timm (Violine)
Christoph von der Nahmer (Violine)
Barbara Buntrock (Viola)
Martin von der Nahmer (Viola)
Jürnjakob Timm (Violoncello)
Andreas Timm (Violoncello)

Ludwig van Beethoven,
Violinsonate Nr. 9 A-dur “Kreutzer”
Fassung für Streichquintett (1832)

Richard Strauss,
Sextett aus “Capriccio”

Arnold Schönberg,
Streichsextett op.4 “Verklärte Nacht”

Rachel Schmidt, Violine

Ihr Vater war Konzertmeister und wurde ihr erster Geigenlehrer. Bereits mit zwölf Jahren gab Rachel Schmidt ihr Konzertdebüt mit dem Philharmonischen Staatsorchester Bremen. Ihr Musikstudium begann sie 1988 als Jungstudierende an den Hochschulen für Musik in Hamburg, Lübeck und Saarbrücken, von 1991 bis 1995 absolvierte sie ihre Ausbildung zur Orchestermusikerin bei Valery Klimov an der Hochschule des Saarlandes. Ein Stipendium des DAAD ermöglichte ihr den Besuch der Meisterklasse von Igor Ozim in Bern. Es folgte von 1998 bis 2000 ein Aufbaustudium an der Hochschule der Künste Berlin bei Thomas Brandis, das sie mit Konzertexamen abschloß.

Wichtige musikalische Impulse sammelte die Preisträgerin zahlreicher Wettbewerbe als Stipendiatin der Villa Musica und bei Meisterkursen von Ruggiero Ricci, Ida Haendel und Isaac Stern. 2001 wurde sie Mitglied der Berliner Philharmoniker. Im Scharoun Ensemble musiziert Rachel Schmidt seit 2010. Außerdem wirkt sie bei den Philharmonischen Streichersolisten, der Philharmonischen Camerata Berlin und im Venus Ensemble Berlin mit.

Blüthner-Preisträgerkonzert

19. Juni 2011

Anastasia Dombrovska (Klavier) Eine Zeitreise am Klavier

Domenico Scarlatti,
Klaviersonate e-moll K.263
Klaviersonate B-dur K.273

Myroslav Skoryk,
Partita für Klavier Nr. 5

Ludwig van Beethoven,
Sonate Es-dur op.27 Nr. 1
“Sonata quasi una fantasia”

Franz Schubert,
Sonate A-dur op.120 (D 664)

Claude Debussy,
Etude Nr. 1 “Pour les cinq doigts”

Frédéric Chopin,
Ballade g-moll op.23 Nr. 1
Etude F-dur op.10 Nr. 8

Mathias Kiesling, Traversflöte

Mathias Kiesling studierte zunächst Querflöte bei Karl-Heinz Passin und Irmela Boßler sowie Traversflöte bei Benedek Csalog in seiner Heimatstadt Leipzig. Meisterkurse bei Caryn Levine und Barthold Kuijken ergänzten seine Ausbildung und vertieften sein Verständnis für die Musik aus über drei Jahrhunderten.

Sein besonderes Interesse an der Musik des 17. und 18. Jahrhunderts verbindet ihn inzwischen mit namhaften Ensembles der historischen Aufführungspraxis wie dem Leipziger Barockorchester, der Lautten-Compagney Berlin, dem Sächsischen Barockorchester und dem Telemannischen Collegium Michaelstein. Produktionen für Rundfunk, Fernsehen und CD dokumentieren sein breitgefächertes musikalisches Schaffen.

Mathias Kiesling spielt auf einer Traversflöte von Martin Wenner (Singen), gebaut nach einem Original von J. J. Quantz (ca.1750), welches auf Schloß Hohenzollern zu besichtigen ist.

Mit Liszt von Schumann zu Mahler

8. Mai 2011

Kammerphilharmonie Leipzig
Dirigent: Michael Köhler

Viktorija Kaminskaite (Sopran)
Tobias Berndt (Bariton)
Daniel Ochoa (Bariton)
Wolf-Dietrich Rammler (Sprecher)

Mitglieder des Max-Klinger-Chors Leipzig

“Goethe, Mahler und das Unsterbliche”

Franz Liszt,
Der nächtliche Zug
(aus: 2 Episoden aus Lenaus Faust)

Robert Schumann,
Szenen aus Goethes Faust (Auswahl):
Nr. 1: Szene im Garten
Nr. 2: Gretchen vor dem Bild der Mater Dolorosa
Nr. 6: Fausts Tod

Gustav Mahler,
“Titan. Eine Tondichtung in Symphonieform”
(1. Symphonie nach der Fassung von 1893)

Viktorija Kaminskaite, Sopran

Viktorija Kaminskaite ist seit der Spielzeit 2008/09 festes Ensemblemitglied an der Oper Leipzig, wo sie in der laufenden Saison als Donna Fiorilla (“Il Turco in Italia”) einen großen Erfolg feierte und in den Rollen der Ninetta (“Die Liebe zu den drei Orangen”), Ismene (“Alkestis”) und Donna Anna (“Don Giovanni”) debütierte. Zuvor sang sie an dem Haus bereits Pamina (“Zauberflöte”), Zerlina (“Don Giovanni”), Najade (“Ariadne auf Naxos”), Sacerdottessa (“Aida”), Gretel (“Hansel und Gretel”) und Blumenmadchen (“Parsifal”). In der kommenden Saison wird sie als Fiordiligi (“Cosi fan tutte”) auftreten.

Ihre ersten Erfahrungen auf der Opernbuhne sammelte die Sopranistin in Hochschulproduktionen von Brittens “The Turn of the Screw”, in der Titelpartie von Händels “Alcina” sowie an der Oper Leipzig. Im Rahmen eines EU-Stipendiums sang sie die Zerlina an der Komischen Oper Berlin. In der Spielzeit 2006/07 trat sie ihr erstes Festengagement am Anhaltischen Theater Dessau an, wo sie mit Johannes Felsenstein arbeiten konnte. Dort war sie u. a. als Pamina, Xenia (“Boris Godunov”), Philine (“Mignon”) und Mascha (“Zarewitsch”) zu hören.

Auf der Konzertbühne war sie u. a. in Bachs Weihnachtsoratorium, Haydns “Schöpfung”, Mozarts Requiem, “Krönungsmesse” und “Exsultate Jubilate” sowie in Brahms’ “Ein deutsches Requiem” zu erleben. In einer konzertanten Aufführung mit Fernsehübertragung von Ranzatos “Il Paese die Campanelli” sang sie unter der Leitung von Fabio Luisi. Unter dessen Leitung war sie auch in Mendelssohn-Bartholdys “Elias” mit dem MDR Sinfonieorchester zu hören. Dasselbe Werk sang sie auch in der Münchner Philharmonie an der Seite von Bo Skohvus. Mit den Stuttgarter Philharmonikern war sie unter Leitung von Gabriel Feltz in Beethovens 9. Sinfonie zu hören. Dort war sie später auch als Rezia in Webers “Oberon” sowie in Mahlers “Auferstehungssinfonie” zu Gast.

Viktorija Kaminskaite wurde in Vilnius geboren, studierte dort Chorleitung und begann anschließend ihr Gesangsstudium an der Hochschule für Musik und Theater Leipzig bei Helga Forner und Regina Werner-Dietrich. Derzeit arbeitet sie mit Peter Berne. Meisterkurse absolvierte sie bei Daphne Evangelatos, Carlos Montane, Grace Bumbry, Edith Wiens und Simon Estes. 2006 konnte sie den Leipziger Lortzing- Wettbewerb für sich entscheiden.

Daniel Ochoa, Bariton

Der Leipziger Daniel Ochoa war Mitglied des Gewandhaus Kinder- und Jugendchors. Ab 1999 absolvierte er sein Gesangstudium bei Professor Anthony Baldwin (Rostock) und Professor Hans-Joachim Beyer (Leipzig). Bei Sängern und Pädagogen wie Dietrich Fischer-Dieskau, Rudolf Piernay, Marianne Fischer-Kupfer, Horst Günter, Reiner Goldberg, Thomas Quasthoff, Matthias Goerne und Kammersängerin Christa Maria Ziese rundete Daniel Ochoa seine gesangliche Ausbildung ab. Der Bariton musizierte bereits in so bedeutenden Konzerthäusern wie der Berliner Philharmonie und dem Leipziger Gewandhaus und war darüber hinaus bei Festivals wie dem Luzern Festival, dem Flandern Festival, den Dresdner Tagen für zeitgenössische Musik, dem MDR Musiksommer und dem Leipziger Bachfest zu Gast. Konzertreisen führten Daniel Ochoa durch viele Länder Europas und bis nach Japan. Zu seinen musikalischen Partnern zählen unter anderem das Gewandhausorchester Leipzig, die Dresdner Philharmonie, die Radiophilharmonie des Norddeutschen Rundfunks, das Telemann Chamber Orchestra Tokyo sowie der Dresdner Kreuzchor und der Thomanerchor.

Duo Brendel /Sitruk

2. März 2011

Adrian Brendel (Violoncello)
Florence Sitruk (Harfe) Duo-Recital Violoncello / Harfe

Nicolas Charles Bochsa / Jean-Louis Duport,
Nocturne concertant für Harfe und Violoncello
op.70 Nr. 3

Paul Hindemith,
Sonate für Harfe solo

Johann Sebastian Bach,
Cellosuite Nr. 1 G-dur BWV 1007

György Kurtág,
Ein Stück aus “Signs, Games and Messages”
für Violoncello solo

Franz Schubert,
Sonate für Arpeggione und Klavier a-moll D 821,
arr. für Violoncello und Harfe

Felix Mendelssohn Bartholdy,
Drei Lieder arr. für Violoncello und Harfe:
Auf Flügeln des Gesanges As-dur op.34 Nr. 2
Lied ohne Worte D-dur op.109
Suleika e-moll op.34 Nr. 4

Manuel de Falla,
Suite populaire espagnole, nach:
Siete canciones populares espanolas

Florence Sitruk, Harfe

Florence Sitruk wurde in Heidelberg als Kind deutsch-französischer Eltern geboren und lebt heute in Berlin. Wie wenige Soloharfenistinnen unserer Zeit erfährt sie die für die Harfe als Soloinstrument internationale Anerkennung und wird auf allen vier Kontinenten regelmäßig eingeladen. 15-jährig gab sie ihr Debüt mit der Camerata Academica Salzburg und musiziert seither mit renommierten nationalen und internationalen Orchestern, wie u.a. den Festival Strings Lucerne, dem Deutschen-Symphonie Orchester Berlin, den Dresdner Philharmonikern, den Berliner Sinfonikern, der Neusser Kammerakademie, den Litauischen Philharmonikern, den Freiburger Barocksolisten. Ihre Konzertverpflichtungen in der Saison 2010 führten sie nach Australien, Rio de Janeiro, New York, Salt Lake City, Berlin, Leipzig, St. Petersburg und zu den Niedersächsischen Musiktagen, nach Kuala Lumpur und nach Hongkong.

Florence Sitruk, die ihre Diplome an den Hochschulen für Musik in Stuttgart, Paris und zuletzt ihr Solistendiplom mit Auszeichnung an der Indiana University/USA erhielt, hat parallel ein Studium der Philosophie und der Musikwissenschaft absolviert. Sie zählt zu ihren prägenden Lehrern den legendären Pianisten György Sebök und Susann McDonald. Seit 2005 ist sie die nach wie vor jüngste Professorin ihres Fachs an der Haute Ecole de Musique de Genève. Seit 2008 leitet sie ihr eigenes Festival Elias Parish Alvars (1808-1849) in Devon/England. Zuletzt wurde sie zur neuen künstlerischen Leitung des renommierten Musikfestivals “Les Muséiques” in Basel, gegründet von Gidon Kremer ernannt, und wird im April 2011 ihre erste Edition vorstellen.

Ihre Leidenschaft für neue Werke zeitgenössischer Komponisten und die Wiederentdeckung vergessener hat Pionierarbeit hervorgebracht: Sie gab zahlreiche ihr gewidmete Erst- und Uraufführungen von Komponisten, wie Ami Ma’ayani, György Kurtág, Robert HP Platz, Jörn Arnecke, Samir Odeh-Tamimi, u.a. Sie war die erste Harfenistin als deutsche Kandidatin im Eurovionswettbewerb 1992 ebenso wie bei ihrem Debüt im DeutschlandRadio in der Philharmonie Berlin. Zusammen mit dem Auswärtigen Amt hat sie an der Litauischen Musikakademie seit 2000 eine international erfolgreiche Harfenklasse aufgebaut, die heute zu den internationalen ersten Preisträgern gehört.

Im November 2009 initierte sie mit Echo Deutschland e.V. (Experience can help others), gemeinnütziger Verein zur Bewältigung der Folgen von Flugzeugkatastrophen, das weltweit einzige Benefizkonzert in memoriam ihrer auf dem Flug Air France Rio de Janeiro-Paris verunglückten Kollegin Ceren Necipoglu (Türkei).

Adrian Brendel, Violoncello

Adrian Brendel, 1976 in London geboren, studierte am Winchester College, an der Cambridge University und an der Musikhochschule Köln bei Frans Helmerson. Zu seinen weiteren Lehrern gehören auch Alexander Baillie, Miklos Perenyi und William Pleeth, die sein frühes Interesse und seine intensive Beschäftigung mit dem Kammermusikrepertoire gefördert haben . Er nahm an Meisterklassen von Mitgliedern des Alban Berg Quartetts sowie von Gyorgy Kurtag teil und wurde als “Young artist in residence” vom Lincoln Center in New York als Mitglied ihrer vielfältigen und angesehenen “Chamber Music Society” ab Oktober 2002 eingeladen.

Der Cellist ist regelmäßiger Gast der Festivals in Aldeburgh, Cheltenham, Oxford, Rheingau, der Festspiele in Mecklenburg-Vorpommern sowie der Berliner Festwochen und der Schubertiade in Schwarzenberg. Er tritt als Kammermusiker und Solist im In- und Ausland auf, darunter an so verschiedenen Orten wie der Berliner Philharmonie, dem Zollverein Essen, dem Teatro Colon in Buenos Aires und der Wigmore Hall, wo er 1999 sein Londoner Debut mit großem Beifall gab. Er musiziert regelmäßig mit Partnern wie Tim Horton, Till Fellner, Paul Lewis, Imogen Cooper, Daniel Hope, Lawrence Power, Katharine Gowers sowie dem Jerusalem Quartet und hat bereits Aufnahmen für den BBC, NDR, WDR und für Deutschlandradio gemacht.

Große Bedeutung hat die enge musikalische Verwandtschaft mit seinem Vater Alfred Brendel, mit dem er ab Januar 2003 die Werke für Klavier und Violoncello von Beethoven aufgeführt hat. Regelmäßig begleitet er die Lesungen seines Vaters mit ausgewählten Solowerken für Cello.

Während einer ausgedehnten Europa-Tournee im Frühjahr 2011 führt sein Klaviertrio mit dem Pianisten Till Fellner und der Geigerin Lisa Batiashvili ein neues Trio von Sir Harrison Birtwistle auf, dessen Werk Bögenstrich Adrian Brendel zusammen mit Till Fellner und Roderick Williams im Rahmen des Cheltenham Festivals 2009 uraufführte. In jüngster Zeit konzertierte Adrian Brendel unter anderem in Bonn, Hannover, Dresden, Wien und bei den Festivals in Schleswig Holstein, Bath und Verbier sowie an der Seite des Scottish Chamber Orchestra, der Academy of St. Martin in the Fields und der Sinfonia Varsovia u.a.. Einen besonderen Schwerpunkt setzte er in der Saison 2009/10 auf die zyklische Aufführung aller Cello-Suiten von J. S. Bach. Adrian Brendel ist Mitbegründer der jährlich im August/September in Dorset/England stattfindenden Kammermusikserie “Music at Plush”.

Thomas Oertel-Gormanns, Bass

In Dresden geboren, erhielt Thomas Oertel-Gormanns zunächst eine breite musikalische Ausbildung in den Fächern Violine, Klavier und Gesang. In den Jahren 1988/89 war er Ensemblemitglied des Theaters Bautzen. Dann studierte er Gesang an der Hochschule für Musik “Carl Maria von Weber” in Dresden bei Ingrid Neumann, wo er 1994 sein Diplom machte. Seit 1993 ist Thomas Oertel-Gormanns Mitglied des Ensembles der Oper Leipzig. Im Jahre 2002 nahm er erfolgreich am Johann-Sebastian-Bach-Wettbewerb in Leipzig teil, Eine regelmäßige Zusammenarbeit verbindet ihn mit Thomanerchor und Gewandhausorchester unter Thomaskantor Georg Christoph Biller, dem MDR- und dem NDR-Orchester sowie dem Orchester der Komischen Oper Berlin, der Dresdner Philharmonie und den Barockensembles Stuttgart, Hamburg und Leipzig. Sein Repertoire umfasst Kantaten, Oratorien, Messen, Passionen und Requiemvertonungen u.a. von Bach, Mozart, Schütz, Telemann, Händel, Haydn, Brahms und Mendelssohn.

Fritz Bauer – "Tod auf Raten"

1. Dezember 2010

Fritz Bauer – Tod auf Raten

Dokumentarfilm
Deutschland 2010
Buch und Regie: Ilona Ziok Der Generalstaatsanwalt Fritz Bauer (1903-1968), ein Schwabe jüdischer Herkunft, setzte sich 1952/53 in Niedersachsen für die Rehabilitierung der Widerstandskämpfer vom 20. Juli 1944 ein und war in den 1960er Jahren Initiator der Frankfurter Auschwitzprozesse. In dem Film geht es vor allem um die Darstellung der Persönlichkeit und des Lebenswerks Fritz Bauers sowie um seine wichtige Rolle bei der Ergreifung Adolf Eichmanns. Der Film zeichnet ein eindrucksvolles Porträt eines bedeutenden deutschen Juristen des 20. Jahrhunderts und erinnert an die Zeitumstände seines Wirkens.

Der Film wurde bei den Filmfestspielen 2010 in Berlin uraufgeführt und kommt im Frühjahr 2011 in die Kinos.

Eckhart Kuper, Hammerflügel

Eckhart Kuper, geb. 1961, studierte von 1980 bis 1986 an der Hochschule für Musik und Theater Hannover Kirchenmusik und Komposition. Anschließend setzte er sein Studium bei Hans van Nieuwkoop (Konzertfach Orgel) am Sweelinck-Conservatorium in Amsterdam fort; dann, wiederum in Hannover, bei Lajos Rovatkay (Soloklasse Cembalo, Konzertexamen 1991). Er ist Lehrbeauftragter für Historische Tasteninstrumente an der Hochschule für Musik und Theater in Leipzig sowie für Cembalocontinuo (im Rahmen des Studiengangs Kirchenmusik) an der Hochschule für Musik und Theater Hannover. Bis Sommer 2005 war er außerdem als Orgeldozent an der Hochschule für Künste in Bremen tätig.

An Cembalo und Orgel wie auch an Clavichord und Hammerflügel konzertiert Eckhart Kuper als Solist, in Ensembles für Alte Musik (u.a. “La Ricordanza” und “Leipziger Concert”) und mit verschiedenen Orchestern. Sein besonderes Interesse gilt den historischen Tasteninstrumenten, ihrer Spielart und ihren Klangeigenschaften. Er forscht und experimentiert auf diesem Gebiet vor allem in Bezug auf das Cembalo. Die Ergebnisse fließen in seine Interpretationen, Improvisationen, Kompositionen und in seinen Unterricht ein. Seit einiger Zeit beschäftigt er sich, angeregt von dem amerikanischen Cembalobauer Keith Hill und auch von frühen Musikaufnahmen, insbesondere mit den Elementen in der Musik, die der Sprache nahe kommen.

1995 war Eckhart Kuper Finalist beim Internationalen Bach-Orgelwettbewerb in Haarlem (Niederlande).

Christoph von der Nahmer, Violine

Christoph von der Nahmer, ViolineChristoph von der Nahmer erhielt als Fünfjähriger seinen ersten Geigenunterricht. Er studierte an der Hochschule der Künste Berlin bei Thomas Brandis. Bevor er 1997 Mitglied der Berliner Philharmoniker wurde, war Christoph von der Nahmer schon als Solist mit verschiedenen Orchestern aufgetreten.

"Auf dass der Tod nicht scheidet"

24. November 2010

200 Jahre Schumann
“Auf dass der Tod nicht scheidet”

Dialog mit Stimmen. Ein Hörbild von Robert Mieth.
Szenische Lesung
mit Werken von Clara und Robert Schumann.

Friedhelm Eberle als Friedrich Wieck
Wolf-Dietrich Rammler als Alwin Wieck
Ketevan Warmuth (Klavier)

Stimmen:
Clara Schumann: Ellen Hellwig
Robert Schumann: Stefan Kaminsky
Davidsbündler:
Bernhard Biller, Stefan Kaminsky,
Michael May, Hans Nenoff

Markus Weidmann, Fagott

Markus Weidmann studierte Fagott an der Musikhochschule Hannover bei Klaus Thunemann. Von 1993 bis 1995 war er als Stipendiat der Orchester-Akademie der Berliner Philharmoniker Schüler von Stefan Schweigert. Bevor Markus Weidmann bei den Berliner Philharmonikern aufgenommen wurde, spielte er u. a. im European Union Youth Orchestra, im Philharmonischen Orchester Kiel und in der Südwestdeutschen Philharmonie Konstanz. Kammermusikalisch ist Markus Weidmann auch mit dem Gutenberg-Ensemble und dem Philharmonischen Oktett aufgetreten. Seit 2006 ist er Mitglied des Scharoun-Ensembles.

Ketevan Warmuth, Klavier

Die in Moskau geborene und in Georgien aufgewachsene Pianistin erhielt ihren ersten Instrumentalunterricht mit fünf Jahren bei ihrer Mutter, der Klavierpädagogin und Konzertpianistin Tinatin Beruaschwili in Gori. Der intensiven Ausbildung an der ‘Spezialmusikschule für begabte Künstler’ folgte von 1989 bis 1994 das Klavier- sowie das Studium der Korrepetition an der Musikhochschule in Tbilissi bei Prof. Nana Dimitriadi, Prof. Wanda Shiukaschwili und Prof. Rewas Tawadse. Von 1997 bis 1999 absolvierte Ketevan Warmuth ein spezielles Aufbaustudium für Kammermusik und Korrepetition an der Hochschule für Musik und Theater ‘Felix Mendelssohn Bartholdy’ in Leipzig bei Prof. Gunhild Brandt und Prof. Karl-Peter Kammerlande, belegte Meisterkurse bei Prof. Lew Wlasenko und Prof. Elena Richter am berühmten Tschaikowski-Konservatorium in Moskau.

Aufgrund ihres überragenden Talents erhielt sie bereits mit zehn Jahren die Möglichkeit, mit dem Nationalen Georgischen Symphonieorchesters als Solistin zu musizieren und Klavierkonzerte von Wolfgang Amadeus Mozart, Ludwig van Beethoven, Robert Schumann, Felix Mendelssohn Bartholdy, Johannes Brahms, Sergej Rachmaninow und Sergej Prokofjew aufzuführen. Mit den Instrumentalisten Sebastian Ude (Violine) und Susanne Rassbach (Violoncello) ist sie Preisträgerin des Hochschulkammermusikwettbewerbs in Leipzig und (mit der Schauspielerin Antje Simon) des 2. Internationalen Melodramenwettbewerb in Prag.

Ketevan Warmuth lebt in Leipzig als freiberufliche Musikerin, hat einen Lehrauftrag für Liedbegleitung und Korrepetition an der Leipziger Hochschule für Musik und Theater ‘Felix Mendelssohn Bartholdy’, ist im Jugendkabarett der Leipziger ‘Pfeffermühle’ als Pianistin tätig sowie ständiger Klavierpartner des von Prof. Wolf-Dietrich Rammler geleiteten Spezialensembles für musikalisch-literarische Programme ‘littera et musica’. Über das Programm ‘Die Fantasien des Edgar Allan Poe’ heißt es in einer Kunstkritik: ‘Rammler bringt die meisterhaften fantastischen Erzählungen mit sonorer Stimme zur Geltung, liest spannungsvoll (…), zwischendurch konfrontiert die Pianistin Ketevan Warmuth die gruselige Atmosphäre (…), virtuos fliegen die Finger über die Tasten oder graben sich schwer in das Instrument. Ihr Spiel zu beobachten ist eine Attraktion für sich…’

Christoph Streuli, Violine

Dass Christoph Streuli heute Geiger ist, verdankt er streng genommen seinem Schulfreund. Der wurde zum Violinunterricht angemeldet, und weil der Lehrer noch einen freien Platz hatte, ist der achtjährige Christoph Streuli einfach mitgegangen. Nach dem Abitur studierte er zunächst an der Musikhochschule Winterthur bei Rudolf Bamert, dem damaligen Konzertmeister des Tonhalle Orchesters Zürich, und in der Meisterklasse von Aida Stucki, später am Sweelinck Konservatorium Amsterdam bei Herman Krebbers.

In Meisterkursen von Franco Gulli, Walter Levin und dem Melos Quartett vervollkommnete er sein Können. Ehe er zu den Berliner Philharmonikern kam, war er zweiter Konzertmeister beim Württembergischen Kammerorchester Heilbronn und Mitglied des Königlichen Concertgebouworkest. Christoph Streuli, der sich für Film und Literatur interessiert und gerne Ski fährt, spielt in verschiedenen Kammermusikformationen, so im Scharoun Ensemble, bei den Berliner Barock Solisten und zusammen mit David Riniker im Duo.

Julia Kirchner, Sopran

Julia Kirchner, 1981 in Friedrichroda / Thüringen geboren, studierte Gesang und Gesangspädagogik an der Hochschule für Musik und Theater “Felix Mendelssohn Bartholdy” Leipzig bei Hermann Christian Polster und Jeanette Favaro-Reuter sowie an der Guildhall School of Music and Drama London bei Penelope MacKay. 2009 legte sie ihr Konzertexamen in Leipzig ab. Zusammen mit der Pianistin Nao Aiba absolviert sie außerdem ein Aufbaustudium zur Künstlerischen Liedgestaltung bei Karl Peter Kammerlander an der Hochschule für Musik “Franz Liszt” Weimar und betreibt Studien der Romanistik mit den Schwerpunkten Italienisch und Französisch an den Universitäten Leipzig und Roma Tre. Ihre künstlerische Ausbildung ergänzten Meisterkurse u. a. bei Edith Wiens, Rudolf Jansen, Peter Schreier, Sally Burgess, Jessica Cash, Graham Johnson und Grace Bumbry. Im Bereich Alte Musik arbeitet sie mit Sara Mingardo am Conservatorio di Musica Santa Cecilia in Rom und mit Marek Rzepka in Leipzig. Einblicke in die Kunst der Barockgestik bekam sie durch Sigrid T’Hooft, Margit Legler, Sharon Weller und Nils Niemann.

Die Sopranistin gibt regelmäßig Liederabende, wobei sie sich besonders den Liedern der deutschen Romantik, wie auch dem englischen und französischen Repertoire widmet. Als Konzertsängerin ist sie im In- und Ausland tätig. Sie gastierte in Festivals wie den Händelfestspielen Halle, dem Bachfest Leipzig, La Chaise Dieu, den Max-Reger-Tagen Weiden sowie den Thüringer Bachwochen und konzertierte u. a. mit der Staatskapelle Dresden, dem Orchester der Komischen Oper Berlin, dem Gewandhaus Orchester Leipzig unter der Leitung von Thomaskantor Georg Christoph Biller sowie mit Le Concert Lorrain, La Banda und dem Telemannischen Collegium Michaelstein unter Ludger Rémy. Opernerfahrungen sammelte sie in verschiedenen Aufführungen der Musikhochschule Leipzig. Ihr besonderes Interesse gilt der Barockoper.

Julia Kirchner ist Preisträgerin mehrerer Wettbewerbe, so unter anderem 2005 beim Internationalen Gesangswettbewerb der Kammeroper Schloss Rheinsberg, wo sie als “Knusperhexe” in Humperdincks Oper “Hänsel und Gretel” debütierte. 2008 war sie Finalistin im Internationalen Johann-Sebastian-Bach-Wettbewerb Leipzig.

Rundfunk- und Fernsehaufzeichnungen entstanden in Zusammenarbeit mit MDR Figaro und ARTE.

Stefan de Leval Jezierski, Horn

Der Hornist Stefan de Leval Jezierski wurde 1954 in Boston geboren. Er begann 1970 sein Musikstudium an der North Carolina School of the Arts. 1972 besuchte er das Cleveland Institute of Music und studierte bei Myron Bloom. 1975 gewann er den CIM Musikwettbewerb mit dem Mozart Horn Konzert KV 447, Mitglieder des Cleveland Orchestras begleiteten ihn in der Severance Hall. Während seines letzten Studienjahres wirkte er bei zahlreichen Konzerten und Tourneen des Cleveland Orchestra mit. Nach seinem Hochschulabschluss spielte er im Jahre 1976 als Solohornist im Orchester des Staatstheaters Kassel. 1978 wurde er von Herbert von Karajan und den Berliner Philharmonikern als hoher Hornist engagiert.

Seit Beginn des Engagements beim Berliner Philharmonischen Orchester arbeitete er mit fast allen bedeutenden Dirigenten zusammen. Stefan de Leval Jezierski spielt als Solist und Kammermusiker in Europa, Asien und Amerika. 1983 gründete er mit einigen philharmonischen Kollegen des Scharoun Ensemble Berlin. 1992 war er Gründungsmitglied des Berliner Haydn-Ensembles, und seit 1995 ist er der 1. Hornist im Bläseroktett der Berliner Philharmoniker. Im September 2000 war er Solist bei der Uraufführung des ihm gewidmeten Konzerts für Horn und großes Orchester von Thomas M. Sleeper in Miami/Florida mit dem Miami Festival Orchestra. Sein musikalischer Werdegang wurde durch unzählige Aufnahmen, Schallplatten-, CD- und Video-Veröffentlichungen sowie Fernseh- und Live-Übertragungen dokumentiert. Die CD mit dem Hornkonzert von Sleeper erschien im Jahr 2002. Neben seiner Karriere in der klassischen Musik ist Stefan de Leval Jezierski auch begeisterter Jazzmusiker und Tennisspieler.

Barbara Hannigan, Sopran

Die kanadische Sopranistin Barbara Hannigan schloss ihre Gesangsausbildung bei Mary Morrison an der University of Toronto 1998 mit dem Master of Music ab. Weitere Studien führten sie an das Banff Centre for the Arts, das Steans Institute in Ravinia und an das Königliche Konservatorium in Den Haag. Als Opernsängerin hat sie sich ein Repertoire erarbeitet, das seinen historischen Ausgang bei Händel und Hasse nimmt und sich über Gluck (Amor in Orfeo ed Euridice) und Mozart (Despina und Bastienne) bis zu Strawinskys Ann Trulove und den Titelrollen in Janáceks Schlauem Füchslein sowie Brittens The Rape of Lucretia erstreckt. Vor allem aber ist Barbara Hannigan eine weltweit gefragte Interpretin zeitgenössischer Musik: Sie gestaltete viele Uraufführungen, darunter Louis Andriessens Writing to Vermeer an der Nederlandse Opera, Michel van der Aas One und Gerald Barrys The Bitter Tears of Petra von Kant an der English National Opera. Auch im Konzertbereich hat die Moderne für sie Priorität. Unter Leitung von Peter Eötvös sang sie den Solopart in Ligetis Aventures und Nouvelles Aventures, mit Jonathan Nott interpretierte sie das Requiem des Komponisten bei den Salzburger Festspielen und mit den Berliner Philharmonikern, am Lincoln Center New York war sie mit den Mysteries of the Macabre zu Gast. Auch die Correspondences von Henri Dutilleux gelten als eines ihrer Paradestücke: Sie sang das Werk unter Leitung von Reinbert de Leeuw, Sakari Oramo, Esa-Pekka Salonen, Kurt Masur und Simon Rattle. Seit der Spielzeit 2005/06 konzertiert sie mit Maurizio Pollini, so bei Auftritten in Tokio, Wien, Rom, Brüssel, Paris und an der Mailänder Scala. In der Spielzeit 2008/09 wirkte Barbara Hannigan u. a. bei einer Neuproduktion von Ligetis Le Grand Macabre am Brüsseler Théâtre Royal de la Monnaie mit und war bei der Weltpremiere von Kris Defoorts House of Sleeping Beauties in Antwerpen zu erleben.

Scharoun Ensemble Berlin

Das Scharoun Ensemble Berlin wurde 1983 von Mitgliedern der Berliner Philharmoniker gegründet. Schon der erste öffentliche Auftritt dieses Ensembles in Berlin überzeugte die Kritik bei der Wiedergabe des Schubertschen Oktetts durch “ausgefeilte Klangschönheit” und “eine Geschlossenheit und Intensität, die auf ein hohes Maß an Verständigung und Einverständnis aller beteiligten Musiker hindeutet” (Der Tagesspiegel).

Der Name des Architekten Hans Scharoun (1893-1972) ist untrennbar mit der Berliner Philharmonie, seiner bedeutendsten Schöpfung, verbunden. Dieser Konzertsaal hat weltweit Maßstäbe gesetzt. Hier wurde Raum geschaffen für ein Musizieren im Geist der Vermittlung von Tradition und Experiment, im Dienst menschlicher Kommunikation und Verständigung. Mit ihrer Orientierung am Vermächtnis Hans Scharouns bringen die acht Musiker ein künstlerisches Selbstverständnis zum Ausdruck, das sich dem Erbe der Vergangenheit und den Herausforderungen der Gegenwart gleichermaßen verpflichtet.

Die Besetzung des Ensembles besteht aus der klassischen Oktettformation: Klarinette, Fagott, Horn, zwei Violinen, Viola, Violoncello und Kontrabaß. Beethovens Septett, Schuberts Oktett, sowie Kammermusikwerke von Mozart und Brahms stehen im Mittelpunkt des klassisch-romantischen Repertoires. Häufig werden die Programme bereichert durch die Mitwirkung weiterer Musiker der Berliner Philharmoniker sowie namhafter Dirigenten und Solisten. So konzertierte das Ensemble in den vergangenen Jahren z.B. unter der Leitung von Claudio Abbado, Daniel Barenboim, Sir Simon Rattle und Pierre Boulez.

Das breit gefächerte Repertoire des Scharoun Ensembles umfaßt neben den großen Werken der klassischen und romantischen Literatur auch eine Vielzahl weniger bekannter Werke für verschiedene Besetzungen. Einen unverkennbaren Schwerpunkt bildet die Musik des 20. Jahrhunderts. Das Scharoun Ensemble hat zahlreiche Werke bedeutender Komponisten der Gegenwart aufgeführt, die zum großen Teil auf Anregung des Ensembles hin entstanden sind. So gehören Werke von Hans Werner Henze, György Ligeti, Isang Yun, György Kurtag, Matthias Pintscher, Thomas Ades, Jörg Widmann und vieler anderer zum festen Bestandteil des Repertoires. Regelmäßige Konzertreisen sowie Auftritte bei den großen europäischen Musikfestivals haben den Ruf des Scharoun Ensembles als eines der profiliertesten Kammermusikensembles Deutschlands bestätigt.

Peter Riegelbauer, Kontrabass

Im Schulorchester fehlte ein Kontrabass. Aus diesem Grund fragte der Musiklehrer Peter Riegelbauer, ob er dieses Instrument lernen wolle. Und da es schon lange sein Wunsch war, im Orchester zu spielen und sich dadurch außerdem die Chance ergab, als Bassgitarrist in die Schulband zu kommen, sagte Peter Riegelbauer sofort zu. Später studierte er in Nürnberg bei Georg Hörtnagel und in Berlin bei Rainer Zepperitz. Drei Jahre spielte er in der Jungen Deutschen Philharmonie und war in dieser Zeit Mitbegründer der Deutschen Kammerphilharmonie sowie des Ensembles Modern. Der Weg zu den Berliner Philharmonikern führte über ein Stipendium an der Orchester-Akademie. Als erster Absolvent der damals noch jungen Einrichtung bestand er am 8. Januar 1981 das Probespiel – genau an seinem 25. Geburtstag. 1983 rief er mit philharmonischen Kollegen das Scharoun Ensemble Berlin ins Leben. Seit Beginn seiner Mitgliedschaft bei den Philharmonikern hat Peter Riegelbauer die Selbstbestimmung des Orchesters in dessen Gremien an verantwortlicher Stelle mitgetragen: Derzeit gehört er dem Orchester- und dem Stiftungsvorstand an. Als Ausgleich zum Musikerberuf treibt er gerne Sport, vor allem Golfen ist seine große Leidenschaft. Ansonsten gehört seine freie Zeit der Familie.

Wolf-Dietrich Rammler, Schauspieler

Wolf-Dietrich Rammler, geboren 1952 in Apolda/Thüringen, wurde von 1976 bis 1980 an der Leipziger Theaterhochschule zum Schauspieler ausgebildet. Zu seinen erstrangigen Lehrern zählten Manfred Zetzsche, Gert Gütschow und Friedhelm Eberle vom Städtischen Schauspielhaus, dem er selbst von 1980 bis 1994 angehörte. Aus der Fülle der von ihm an dieser bedeutenden Bühne ebenso prägnant wie vielschichtig gestalteten Charakterrollen seien erwähnt: Voland (Der Meister und Margarita/Michael Bulgakow), Trigorin (Die Möwe/Anton Tschechow), Euphorion (Faust II/Johann Wolfgang Goethe), Sohn (Ella/Herbert Achternbusch), Podsekalnikow (Der Selbstmörder/Nikolai Erdman), Kurt (Totentanz/August Strindberg), Awdij/Jesus (Die Richtstatt/Tschingis Aitmatow), Chlestakow (Der Revisor/Nikolai Gogol).

Seine intensive Figurengestaltung zeichnete sich stets durch vorzügliche Sprechkunst aus, die vielfältigen schauspielerischen Mittel reichten bis zu den Grenzfällen des wahnwitzig Ekstatischen (Strindberg), des verstörend Tragischen (Aitmatow) wie des Grotesken und absurd Komischen (Gogol). Mit der Pianistin Prof. Gerlinde Otto gründete er das seitdem gefragte, in wechselnder Besetzung mit den Klavierpartnern Ketevan Warmuth und Frank Peter deutschlandweit gastierende Spezialensemble für musikalisch-literarische Programme ‘littera et musica’, mit dem er musikverwobene weltliterarische Texte wie die Goethebearbeitung ‘Werthers Leiden’, Tiecks ‘Die schöne Magelone’, Mörikes ‘Mozart auf der Reise nach Prag’, ‘Die Fantasien des Edgar Allan Poe’ u. a. erfolgreich zur Aufführung brachte. Neben seiner Film- und Fernseharbeit (Polizeiruf 110, Tatort, Soko Leipzig, In aller Freundschaft, Tierärztin Dr. Mertens) wird Wolf-Dietrich Rammler wiederholt vom MDR-Hörfunk für große Produktionen oder Hörbuchaufnahmen verpflichtet (“In 80 Tagen um die Erde” / Verne, “Das dritte Buch über Achim” / Johnson, “Lachsfischen in Jemen” / Torday). 2008 war er an der mit dem weltweit angesehensten Hörspielpreis, dem “Prix Italia” ausgezeichneten Radio Satire “Santo subito – Sofort heilig” des österreichischen Autors und Regisseurs Eberhard Petschinka als Sprecher beteiligt, einer Gemeinschaftsproduktion von MDR und ORF.

Seit 1995 ist Wolf-Dietrich Rammler als Dozent (2010 Ernennung zum Professor) für Szenenstudium und Künstlerisches Wort am Schauspielinstitut ‘Hans Otto’ der Leipziger Hochschule für Musik und Theater ‘Felix Mendelssohn Bartholdy’ tätig. Dort trat er auch zum traditionellen Theatersommer der Schauspielstudenten als Regisseur von Shakespearestoffen (2006 “Sommer-Nacht-Traum”, 2009 “Romeo und Julia”) in Erscheinung.

Friedhelm Eberle, Schauspieler

Friedhelm Eberle, geboren 1935 in Oberhausen, nahm privaten Schauspielunterricht in Oberhausen und Basel. Nach dem Abschluss 1956 in Düsseldorf kam er über Stationen in Plauen (1957/59) und Erfurt (1959/62) 1962 ans Leipziger Schauspielhaus. Er spielte dort im jeweiligen Lebensabschnitt die spielplanbestimmenden Rollen, wofür die klassischen Symbolfiguren Hamlet, Faust, König Lear (auch in Saarbrücken) manifest sind. Namentlich seien ferner erwähnt: Posa (‘Don Carlos’), Franz Moor (‘Die Räuber’), Egmont, Prinz (‘Emilia Galotti’), Claudius (‘Hamlet’), Pylades (‘Iphigenie auf Tauris’), Tellheim (‘Minna von Barnhelm’), Othello, Marc Anton (‘Julius Cäsar’), Kreon (‘Antigone’, Saarbrücken). Bedeutende sozialkritische Zeitstücke der provokanten europäischen Moderne eingeschlossen sowjetische Dramen wie ‘Der Aufstieg auf den Fujiyama’, ‘Die Richtstatt’ (Tschingis Aitmatow), ‘Diktatur des Gewissens’ (Michael Schatrow) zählten gleichermaßen zum weit reichenden Repertoire, darunter Merlin (‘Parzival’, Tankred Dorst), Wladimir (‘Warten auf Godot’, Samuel Beckett), Hamm (‘Endspiel’, Beckett), Krapp (‘Das letzte Band’, Beckett), Mr. Jay (‘Goldberg-Variationen’, Georg Tabori), Reger (‘Alte Meister’, Thomas Bernhard), Caribaldi (‘Die Macht der Gewohnheit’, Bernhard). Im kosmischen Wunderwerk der Sprache ‘Unter dem Milchwald’ (Dylan Thomas), (Hör-)’Spiel für Stimmen’, ein Tag im walisischen Fischerdorf Llarregyb mit seinen schrulligen Bewohnern, schlüpfte er in die Haut von über fünfzig Figuren.

Für die Vermittlung der ‘hohen Kunst des Sprechens’ für künftige Schauspieler war er seit 1965 an der Theaterhochschule Leipzig ‘Hans Otto’ (seit 1992 Theaterinstitut ‘Hans Otto’ an der Hochschule für Musik und Theater ‘Felix Mendelssohn Bartholdy’) als Dozent für ‘Künstlerisches Wort’ tätig. Vielen Hörspielfreunden ist er als meisterlicher Sprachgestalter gegenwärtig. Er arbeitete als Theater- und Hörspielregisseur sowie als Sprecher im Filmsynchronstudio. Autor und Regisseur der für den MDR geschaffenen ‘Hörbilder’ über die Komponisten Franz Schubert, Albert Lortzing, Anton Bruckner, den Orgelbauer Johann Gottfried Silbermann. Sprecher und Rezitator in Konzerten (‘Peter und der Wolf’ – Sergej Prokofjew) ‘Spanisches Liederbuch’ – Hugo Wolf), (‘Die Geschichte vom Soldaten’ – Igor Strawinsky), (‘The Firebrand of Florence’ – Kurt Weill u. a.). Literarische Soloabende mit Texten u. a. von Goethe (‘Reineke Fuchs’), Schiller (‘Balladen’), E. T. A. Hoffmann (‘Kreisleriana’, CD mit der Pianistin Christine Schornsheim), Hans Christian Andersen (‘Märchen’), Thomas Mann (‘Die Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull’, ‘Doktor Faustus’), Heinrich Böll (‘Nicht nur zur Weihnachtszeit’), Juan Ramón Jiménez (‘Platero und ich’, CD mit dem Gitarristen Jochen Roth). 2006 erschien eine CD mit Texten Samuel Becketts, der Erzählung ‘Erste Liebe’ und dem Monodram ‘Das letzte Band’.

Seine ansehnliche Filmo- und Telethek umfasst Titel wie ‘Nackt unter Wölfen’, ‘Dr. Schlüter’, ‘Einzug ins Paradies’, ‘Die gläserne Fackel’, ‘Heute sterben immer nur die anderen’, Serien wie ‘Polizeiruf 110′ (Hauptmann Reichenbach, sechs Folgen), ‘Tatort’.

In Kooperation mit Kurt Masur und dem Gewandhausorchester entstanden international weit beachtete, auf CD erschienene Produktionen von ‘Peer Gynt’ (Ibsen/Grieg) sowie ‘Ein Sommernachtstraum (Shakespeare/Mendelssohn Bartholdy) in eigener Textfassung. Gastspiele in Boston, Edinburgh, London und bei den Salzburger Festspielen (‘Bianca’, Hirschfeld) widerspiegeln Friedhelm Eberles internationales Ansehen. Unter Leitung von Kurt Masur interpretierte er zum Jahreswechsel 2006/07 in Tel Aviv mit Israel Philharmonic ‘Ein Überlebender aus Warschau’ von Arnold Schönberg. Ständiger Gastschauspieler der Oper Leipzig: Bassa Selim (‘Die Entführung aus dem Serail’, Mozart), Haushofmeister (‘Ariadne auf Naxos’, Strauss), Prinzipal/Teufel Farfarello (‘Die Liebe zu den drei Orangen’, Prokofjew), Alm-Öhi (‘Heidi’, Keeling, Musikalische Komödie).

Seit 2006 enge Zusammenarbeit mit dem Leipziger Autor Robert Mieth, der eigens für ihn die Monodramen über Leopold Mozart schuf (‘Er. Mein Sohn’), über Friedrich Wieck/Robert Schumann (‘Auf dass der Tod nicht scheidet’), Johann Caspar Goethe (‘Wer ganz will sein eigen sein schließe sich ins Häuschen ein’), Herrn von Oppel (im Richard Wagner-Stoff ‘Wegen wesentlicher Theilnahme’) sowie das MDR-Hörspiel ‘Herr Fasch geht durch die Stad(t)t’ über den Barockkomponisten Johann Friedrich Fasch, hierin auch Inszenierung und Gestalter der Titelfigur.

Friedhelm Eberle ist Ehrenmitglied des Leipziger Schauspielhauses, dem er ‘in erinnerungssicherer Weise’ über vier Jahrzehnte angehörte, Träger des Kunstpreises der Stadt Leipzig sowie Nationalpreisträger der DDR. 1994 Ernennung zum Professor für Schauspiel am Theaterinstitut ‘Hans Otto’ der Hochschule für Musik und Theater ‘Felix Mendelssohn Bartholdy’ Leipzig.

Richard Duven, Violoncello

Richard Duven, Violoncello, wurde 1958 in Köln geboren. Er studierte bei Daniel Cahen in Wuppertal und bei Wolfgang Boettcher in Berlin. Erste Orchestererfahrungen sammelte er als Mitglied der Jungen Deutschen Philharmonie und der Deutschen Kammerphilharmonie. Während seines Studiums gewann er den Deutschen Hochschulwettbewerb 1983 in München sowie 1984 in Berlin und war 1985 Preisträger des internationalen Kammermusikwettbewerbs in Florenz. Seit 1986 ist Richard Duven Mitglied des Berliner Philharmonischen Orchesters und der “12 Cellisten”. Darüber hinaus ist er Cellist des Scharoun Ensembles Berlin, mit dem er zahlreiche Platten eingespielt hat, darunter eine Neuaufnahme des Forellen-Quintetts von Franz Schubert mit Alfred Brendel.

Anastasiia Dombrovska, Klavier

Die Pianistin Anastasiia Dombrovska wurde 1987 in Uzchgorod (Ukraine) geboren. Nach Abschluss des Musikgymnasiums in Kiew nahm sie 2006 an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien ihr Studium in der Konzertklasse bei Prof. Heinz Medjimorec auf, das sie seit 2009 bei Prof. Stefan Arnold fortführt. Schon während ihres Studiums wurde sie mit zahlreichen Preisen und Stipendien ausgezeichnet. 2009 gewann sie den 1. Preis beim Internationalen Kammermusikwettbewerb “Gaetano Zinetti” in Sanguinetto (Prov. Verona) und den Hauptpreis beim Blüthner-Wettbewerb in Wien. Als Solistin und Kammermusikerin gab sie Konzerte in Deutschland, Österreich, Ungarn, Griechenland, Estland, Polen, Weißrussland, Ägypten, in der Ukraine und im Iran.

Wolfram Brandl, Violine

Bevor Wolfram Brandl, geboren 1975 in Würzburg, in die Gruppe der Ersten Violinen bei den Berliner Philharmonikern aufgenommen wurde hatte er als Konzertmeister im Bundesjugendorchester gespielt. Den ersten Violinunterricht erhielt er als Neunjähriger von seinem Vater. Ein Stipendium der Jürgen-Ponto-Stiftung ermöglichte ihm die weitere Ausbildung bei Uwe-Martin Haiberg an der Hochschule der Künste Berlin. Wolfram Brandl hat in der Vergangenheit mit verschiedenen Orchestern als Solist konzertiert und ist für seine solistischen Aktivitäten wie auch als Geiger des Trio Echnaton mehrfach mit Preisen ausgezeichnet worden.

Alexander Bader, Klarinette

Die Klarinette war für Alexander Bader die »Belohnung« für die bestandene Aufnahmeprüfung als Jungstudent im Fach Klavier an der Hochschule der Künste Berlin. Das silberne Glitzern auf schwarzem Holz und der weiche, warme Klang faszinierten ihn von Anfang an und so studierte er neben seinem Hauptfach ebenfalls an der HdK Berlin noch Klarinette bei Manfred Preis und Peter Rieckhoff. Nach dem Abschluss des Orchesterdiploms wechselte er in die Solistenklasse von Wolfgang Meyer an der Staatlichen Hochschule für Musik Karlsruhe. 1990 wurde er Mitglied der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen, mit deren Bläsersolisten er 1998 den Echo-Klassik Preis erhielt. 2002 ging er als Erster Solo-Klarinettist an die Komische Oper Berlin.

Daneben spielte er regelmäßig u.a. an der Bayerischen Staatsoper München und bei den Münchner Philharmonikern. 2006 wechselte Alexander Bader zu den Berliner Philharmonikern. Der Musiker, der sich seit 1994 auch der historischen Aufführungspraxis auf Originalinstrumenten widmet und regelmäßig mit Ensembles wie Concentus Musicus Wien, dem Balthasar-Neumann-Ensemble oder der Akademie für Alte Musik Berlin konzertiert, gehört seit der Saison 2006/2007 zum Scharoun Ensemble. Der Vater von zwei Söhnen kocht leidenschaftlich gern und liebt es, sich in seiner Freizeit mit Joggen, Radfahren und Drachenfliegen sportlich zu betätigen.