Scharoun Ensemble Berlin

6. Dezember 2011

Scharoun Ensemble Berlin
Wolfram Brandl (Violine)
Rachel Schmidt (Violine)
Michael Afkham (Viola)
Richard Duven (Violoncello)
Peter Riegelbauer (Kontrabass)
Alexander Bader (Klarinette)
Markus Weidmann (Fagott)
Stefan de Leval Jezierski (Horn)

„Hans Werner Henze zum 85. Geburtstag“

Hans Werner Henze
Quattro Fantasie für Oktett

Antonín Dvorák
Tschechische Suite D-dur op.39 für Oktett

Franz Schubert
Oktett F-dur D 803

"Starke Stücke" – 200 Jahre Franz Liszt

9. November 2011

Da Sol Kim (Klavier) „Starke Stücke“ – 200 Jahre Franz Liszt

Robert Schumann,
Arabeske op.18
Kreisleriana op.16

Franz Liszt,
Ungarische Rhapsodie Nr. 13
Années de Pèlerinage, Deuxième année, Italie:
Nr. 1: Sposalizio
Nr. 6: Sonetto 123 del Petrarca
Nr. 7: Après une lecture du Dante

Trio Ex Aequo – Kurzgeschichte des Klaviertrios (Teil III)

28. September 2011

Eine musikalische Kurzgeschichte des Klaviertrios (Teil III)

Trio Ex Aequo
Matthias Wollong (Violine)
Matthias Moosdorf (Violoncello)
Gerald Fauth (Klavier)

Robert Schumann,
Klaviertrio Nr. 1 d-moll op.63

Wolfgang Rihm,
Fremde Szene III für Violine, Violoncello und Klavier

Johannes Brahms,
Klaviertrio Nr. 3 c-moll op.101

Frank Martin,
Trio für Violine, Violoncello und Klavier

Ensemble Leipzig-Berlin

7. September 2011

Ensemble Leipzig-Berlin
Thomas Timm (Violine)
Christoph von der Nahmer (Violine)
Barbara Buntrock (Viola)
Martin von der Nahmer (Viola)
Jürnjakob Timm (Violoncello)
Andreas Timm (Violoncello)

Ludwig van Beethoven,
Violinsonate Nr. 9 A-dur „Kreutzer“
Fassung für Streichquintett (1832)

Richard Strauss,
Sextett aus „Capriccio“

Arnold Schönberg,
Streichsextett op.4 „Verklärte Nacht“

Blüthner-Preisträgerkonzert

19. Juni 2011

Anastasia Dombrovska (Klavier) Eine Zeitreise am Klavier

Domenico Scarlatti,
Klaviersonate e-moll K.263
Klaviersonate B-dur K.273

Myroslav Skoryk,
Partita für Klavier Nr. 5

Ludwig van Beethoven,
Sonate Es-dur op.27 Nr. 1
„Sonata quasi una fantasia“

Franz Schubert,
Sonate A-dur op.120 (D 664)

Claude Debussy,
Etude Nr. 1 „Pour les cinq doigts“

Frédéric Chopin,
Ballade g-moll op.23 Nr. 1
Etude F-dur op.10 Nr. 8

Mit Liszt von Schumann zu Mahler

8. Mai 2011

Kammerphilharmonie Leipzig
Dirigent: Michael Köhler

Viktorija Kaminskaite (Sopran)
Tobias Berndt (Bariton)
Daniel Ochoa (Bariton)
Wolf-Dietrich Rammler (Sprecher)

Mitglieder des Max-Klinger-Chors Leipzig

„Goethe, Mahler und das Unsterbliche“

Franz Liszt,
Der nächtliche Zug
(aus: 2 Episoden aus Lenaus Faust)

Robert Schumann,
Szenen aus Goethes Faust (Auswahl):
Nr. 1: Szene im Garten
Nr. 2: Gretchen vor dem Bild der Mater Dolorosa
Nr. 6: Fausts Tod

Gustav Mahler,
„Titan. Eine Tondichtung in Symphonieform“
(1. Symphonie nach der Fassung von 1893)

Duo Brendel /Sitruk

2. März 2011

Adrian Brendel (Violoncello)
Florence Sitruk (Harfe) Duo-Recital Violoncello / Harfe

Nicolas Charles Bochsa / Jean-Louis Duport,
Nocturne concertant für Harfe und Violoncello
op.70 Nr. 3

Paul Hindemith,
Sonate für Harfe solo

Johann Sebastian Bach,
Cellosuite Nr. 1 G-dur BWV 1007

György Kurtág,
Ein Stück aus „Signs, Games and Messages“
für Violoncello solo

Franz Schubert,
Sonate für Arpeggione und Klavier a-moll D 821,
arr. für Violoncello und Harfe

Felix Mendelssohn Bartholdy,
Drei Lieder arr. für Violoncello und Harfe:
Auf Flügeln des Gesanges As-dur op.34 Nr. 2
Lied ohne Worte D-dur op.109
Suleika e-moll op.34 Nr. 4

Manuel de Falla,
Suite populaire espagnole, nach:
Siete canciones populares espanolas

Fritz Bauer – "Tod auf Raten"

1. Dezember 2010

Fritz Bauer – Tod auf Raten

Dokumentarfilm
Deutschland 2010
Buch und Regie: Ilona Ziok Der Generalstaatsanwalt Fritz Bauer (1903-1968), ein Schwabe jüdischer Herkunft, setzte sich 1952/53 in Niedersachsen für die Rehabilitierung der Widerstandskämpfer vom 20. Juli 1944 ein und war in den 1960er Jahren Initiator der Frankfurter Auschwitzprozesse. In dem Film geht es vor allem um die Darstellung der Persönlichkeit und des Lebenswerks Fritz Bauers sowie um seine wichtige Rolle bei der Ergreifung Adolf Eichmanns. Der Film zeichnet ein eindrucksvolles Porträt eines bedeutenden deutschen Juristen des 20. Jahrhunderts und erinnert an die Zeitumstände seines Wirkens.

Der Film wurde bei den Filmfestspielen 2010 in Berlin uraufgeführt und kommt im Frühjahr 2011 in die Kinos.

"Auf dass der Tod nicht scheidet"

24. November 2010

200 Jahre Schumann
„Auf dass der Tod nicht scheidet“

Dialog mit Stimmen. Ein Hörbild von Robert Mieth.
Szenische Lesung
mit Werken von Clara und Robert Schumann.

Friedhelm Eberle als Friedrich Wieck
Wolf-Dietrich Rammler als Alwin Wieck
Ketevan Warmuth (Klavier)

Stimmen:
Clara Schumann: Ellen Hellwig
Robert Schumann: Stefan Kaminsky
Davidsbündler:
Bernhard Biller, Stefan Kaminsky,
Michael May, Hans Nenoff

"Symphonische Kammermusik"

20. Oktober 2010

Philharmonisches Streichquintett Berlin
Thomas Timm (Violine)
Romano Tommasini (Violine)
Wolfgang Talirz (Viola)
Tatjana Vassiljeva (Violoncello)
Nabil Shehata (Kontrabass) „Symphonische Kammermusik“

Antonin Dvorák,
Streichquintett G-dur op.77

Astor Piazzolla,
Die vier Jahreszeiten in Buenos Aires

Antonin Dvorák,
Streichquintett Es-dur op.97 – Scherzo

Giovanni Bottesini,
Fantasia über Themen aus
Vicenzo Bellini „La Sonnambula“
für Kontrabass und Streicher

"Sturm und Regen"

6. Oktober 2010

Mareike Schellenberger (Mezzosopran)
David Timm (Hammerflügel) „Sturm und Regen“

Johannes Brahms,
Es liebt sich so lieblich im Lenze op.71,1
Ständchen op.106,1

Robert Schumann,
Der Nussbaum op.25,3
Aus den östlichen Rosen op.25,25

Clara Schumann,
Er ist gekommen in Sturm und Regen op.12,2
Sie liebten sich beide op.13,2
Der Mond kommt still gegangen op.13,4

Johannes Brahms,
Wie Melodien zieht es mir op.105,1
Immer leiser wird mein Schlummer op.105,2
Auf dem Kirchhofe op.105,4
Feldeinsamkeit op.86,2

Robert Schumann,
Dichterliebe op.48

"Amerikanische Nacht"

28. April 2010

Kammerphilharmonie Leipzig
Dirigent: Michael Köhler
Sonja Riedel (Klarinette) „Amerikanische Nacht“

Heitor Villa-Lobos,
Bachianas Brasileiras Nr. 9

Alan Shulman,
Rendezvous „with Benny“ (Goodman)

Darius Milhaud,
La création du monde op.81

Samuel Barber,
Adagio for Strings op.11

Antonin Dvorak,
Streichquartett Nr. 12 F-dur op.96 (Orchesterfassung)

Isaac Albéniz,
Tango aus der Espagna-Suite

Duo Brillaner

10. März 2010

Shirley Brill (Klarinette)
Jonathan Aner (Klavier) Duo Brillaner

Felix Mendelssohn Bartholdy,
Klarinettensonate Es-dur

Johannes Brahms,
Sonate Es-dur op.120 Nr.2 für Klarinette und Klavier

Gabriel Pierné,
Sérénade
Andante con Eleganza
Pièce en Sol mineur
Canzonetta

Francis Poulenc,
Sonate für Klarinette und Klavier

Festkonzert 15 Jahre LBO

23./24. Januar 2010

Leipziger Barockorchester
Leitung: Konstanze Beyer

Konstanze Beyer (Violino concertato)
Marie Friederike Schöder (Sopran)
Mathias Kiesling (Traversflöte)
Jaroslav Roucek (Trompete)
Zita Mikijanska (Cembalo)
David Timm (Cembalo)
Cornelia Fiedler (Violino concertato)
Bernhard Hentrich (Violoncello concertato)

Festkonzert zum 15jährigen Bestehen des Leipziger Barockorchesters

Georg Philipp Telemann,
Ouvertüre „Don Quichotte“

Georg Philipp Telemann,
Konzert für 2 Violinen, Streicher und Basso continuo
G-dur TWV 52:G2

Johann Sebastian Bach,
Brandenburgisches Konzert Nr. 5 D-dur BWV 1050a (Frühfassung)

Georg Philipp Telemann,
Konzert für Violine, Trompete, Violoncello, Streicher und Basso continuo

Johann Sebastian Bach,
Konzert für 2 Cembali C-dur BWV 1061

Johann Sebastian Bach,
„Jauchzet Gott in allen Landen“, Kantate BWV 51

"Barock pur"

2. Dezember 2009

Le Concert Lorrain

Florian Deuter (Violine)
Monica Waisman (Violine)
Stephan Schultz (Violoncello)
Thomas Leininger (Cembalo) „Barock pur“

Johann Heinrich Schmelzer (1623-1680),
Sonaten für zwei Violinen und Basso Continuo
Nr. 3 B-dur & Nr. 4 c-moll & Nr. 5 h-moll
aus: Duodena selectarum sonatarum

Heinrich Ignaz Franz Biber (1644-1704),
Sonate Nr. 5 e-moll für Violine und Basso Continuo

Heinrich Ignaz Franz Biber,
Partia Nr. 5 g-moll für zwei Violinen und Basso Continuo
aus: Harmonia artificiosa ariosa

Georg Muffat (1653-1704),
Sonate D-dur für Violine und Basso Continuo

Heinrich Ignaz Franz Biber,
Partia Nr. 1 d-moll für zwei Violinen und Basso Continuo
aus: Harmonia artificiosa ariosa

"Bach exemplarisch"

Bachs Lehrwerk

Martin Stadtfeld mit dem „Wohltemperierten Klavier“
im Bundesverwaltungsgericht

Das „Wohltemperierte Klavier“ (WK) von Johann Sebastian Bach: Hans von Bülow hat es als „Altes Testament“ bezeichnet, ein grandioses Lehrwerk ist es und zugleich eine beeindruckende Leistungsschau des Komponisten Bach. Teil eins des WK (BWV 846-869) ist in Bachs Köthener Zeit entstanden und enthält eine Sammlung von 24 Präludien und Fugen, die sich chromatisch durch alle zwölf Dur- und Moll-Tonarten schieben. Aber muss man es sich antun, das ganze WK 1 hintereinander anzuhören? Am Dienstagabend wollen dies weit mehr, als der Große Sitzungssaal des Bundesverwaltungsgerichts fassen kann. Die reichlich 250 Zuhörer, die Einlass finden, verbringen zweimal 45 Minuten im ausverkauften, stickigen Saal und können am Ende gar nicht genug bekommen.

Denn Martin Stadtfeld spielt den ersten Band des WK und nennt es „Bach exemplarisch“. Der junge Pianist, der 2002 den Internationalen Bach-Wettbewerb in Leipzig gewann, hat sich auch mit seiner neuen CD-Einspielung wieder auf Bach besonnen. Nun will er live zeigen, wie viel Barock und wie viel Romantik in Bachs Lehrwerk steckt. Hintereinander weg spielt er, auswendig, ganz versunken.

Bei dem Steinway-Flügel im Bundesverwaltungsgericht muss er sich um die Wohltemperierung, sprich: Stimmung, keine Sorgen machen. Vielmehr nutzt er alle Möglichkeiten des modernen Instruments hinsichtlich Dynamik, Farbgebung und Klangmodulation voll aus. Da wird schon mal ordentlich auf die Pedale getreten, schwimmen Akkorde verklärt dahin, tönt der Steinway wie zarter Harfenklang. Zart fließen die Präludien und Fugen aus Stadtfelds magischen Händen oder kommen trotzig, markig, nachdrücklich daher. Mal verliert er sich in Raum und Zeit, um kurz darauf in Ekstase durch das nächste Präludium zu preschen.

Und scheinbar verfügt Stadtfeld über Akkus mit Endlos-Power: Den lang anhaltenden, begeisterten Applaus und die vielen Bravo-Rufe erwidert er mit Prokofjews furioser, kraftzehrender Toccata, um gleich noch Bachs innige Siciliana nachzuschieben.

Birgit Hendrich

© Leipziger Volkszeitung, Donnerstag, 17. September 2009

"Bach exemplarisch"

15. September 2009

Martin Stadtfeld, Klavier „Bach exemplarisch“

Johann Sebastian Bach,
Das wohltemperierte Klavier Band 1,
BWV 846-869 Einführung in das Werk:
Dr. Michael Maul
(Bach-Archiv Leipzig)

Gemeinschaftsveranstaltung
mit dem Bach-Archiv Leipzig

Absolut Chopin

24. Juni 2009

Da Sol Kim, Klavier Absolut Chopin

Werke von Frédéric Chopin:

Scherzo Nr. 2 b-moll op.31
Introduction et Rondo Es-dur op.16
Sonate Nr. 2 b-moll op.35
3 Mazurkas op.59
Polonaise-Fantaisie As-dur op.61
Andante spianato et Grande Polonaise brillante
Es-dur op.22
Ballade Nr. 2 F-dur

Duo concertante

7. Juni 2009

Lance Coburn (Klavier)
Mia Cooper (Violine)


Duo concertante

Johann Sebastian Bach,
Sonate Nr. 4 c-moll für Violine und Klavier

Franz Schubert,
Fantasie C-dur für Violine und Klavier

Ian Wilson,
From the Book of Longing für Violine und Klavier

Richard Strauss,
Sonate Es-dur für Violine und Klavier

Romantik von Bach bis Bruckner

6. Mai 2009

Kammerphilharmonie Leipzig
Dirigent: Michael Köhler

Holger Engelhardt (Violine)

Klarinettenquintett:
Sonja Riedel (Klarinette)
Thomas Krause (Violine)
Matthias Funke (Violine)
Dietrich Hagel (Viola)
Stephan Wünsch (Violoncello) Romantik von Bach bis Bruckner

Johann Sebastian Bach,
Präludium h-moll BWV 923,
arr. für Streichorchester
von Leopold Stokowski

Felix Mendelssohn Bartholdy,
Violinkonzert d-moll op.posth.

Johannes Brahms,
Klarinettenquintett h-moll op.115

Ludwig van Beethoven,
Große Fuge für Streichquartett B-dur op.133
(Fassung für Streichorchester)

Anton Bruckner,
Streichquintett F-dur WAB 112
(Fassung für Streichorchester)


Indem ich dem Gemeinen einen hohen Sinn,
dem Gewöhnlichen ein geheimnisvolles Ansehn,
dem Bekannten die Würde des Unbekannten,
dem Endlichen einen unendlichen Schein gebe,
so romantisiere ich es.

Novalis

Perlen der Klaviermusik

11. Februar 2009

Li-Chun Su (Klavier)


„Perlen der Klaviermusik“

Wolfgang Amadeus Mozart,
Klaviersonate Nr. 9 a-moll KV 310

Felix Mendelssohn Bartholdy,
Variations sérieuses d-moll op.54

Frédéric Chopin,
Ballade Nr. 4 f-moll op.52

Franz Schubert,
Impromptus op.90

Franz Liszt,
Ungarische Rhapsodie Nr. 2 cis-moll S.244 Nr. 2

200 Jahre Felix Mendelssohn Bartholdy

4. Februar 2009

Ensemble Leipzig-Berlin

Thomas Timm (Violine)
Conrad Suske (Violine)
Andreas Neufeld (Violine)
Romano Tommasini (Violine)
Wolfgang Talirz (Viola)
Julia Gartemann (Viola)
Jürnjakob Timm (Violoncello)
Andreas Timm (Violoncello)


200 Jahre Felix Mendelssohn Bartholdy

Nils Wilhelm Gade,
Oktett für Streicher F-dur op.17

Dimitri Schostakowitsch,
Zwei Stücke für Streichoktett op.11

Felix Mendelssohn Bartholdy,
Oktett für Streicher Es-dur op.20

Neujahrskonzert

17./18. Januar 2009

Leipziger Barockorchester
Violine und Leitung:
Konstanze Beyer

Marie Friederike Schöder (Sopran)
Christine Schornsheim (Hammerflügel)


Hommage an Joseph Haydn

Ouvertüre zur Oper „Lo Speziale“
Hob XXVIII:3

Arie des Volpino „Amore nel mio petto“
aus: Lo Speziale

Accampagnato und Arie der Rosina
„Care spiagge, selve addio“
aus: „La vera Costanza“ Hob XXVIII:8

Arie der Clarice „Son faciulla da marito“
aus: „Il Mondo della Luna“ Hob XXVIII:7

Klavierkonzert D-dur Hob XVIII:11

Symphonie Nr. 45 fis-moll Hob I:45
„Abschiedssymphonie“

Auf Flügeln des Gesanges

10. Dezember 2008

Florence Sitruk (Harfe)

„Auf Flügeln des Gesanges“
Hommage an Elias Parish Alvars
und Felix Mendelssohn Bartholdy

Domenico Scarlatti,
Sonate d-moll L.413
Sonate E-dur L.23

Wolfgang Amadeus Mozart,
Fantasie d-moll KV.397 (Fragment)
für Klavier (transcr. F. Sitruk)

Michail Glinka,
Thema und Variationen über Mozarts
„Don Giovanni“

Elias Parish Alvars (1808-1849),
Introduktion und Variationen über Arien aus
„Norma“ von Vincenzo Bellini op.36

Carl Philipp Emanuel Bach,
Fantasie Es-dur Wq 58 Nr. 6 für Cembalo

Paul Hindemith,
Sonate für Harfe (1939)

Wilhelm Posse,
Improvisation Nr. 4

Felix Mendelssohn Bartholdy,
„Lieder ohne Worte“ op.19 Nr. 2
für Klavier (transcr. F. Sitruk)

Félix Dieudonné Godefroid,
Danses des Sylphes

Duo Martin Stadtfeld – Jan Vogler

Gambensonaten im Gericht

Gesprächskonzerte haben Konjunktur –
Bach-Musik mit Jan Vogler und Martin Stadtfeld

Sind jugendliche Frische und überspringendes Musikantentum am Werk, ist das Ergebnis oft staunenswert. So war es gewiss kein Zufall, dass dessen Führungskopf Christoph Wolff die Rechtfertigung der aufführungspraktischen Ungenauigkeit zum Aufhänger seiner einführenden Worte machte. Das Bach-Archiv Leipzig lud für Dienstagabend ins Bundesverwaltungsgericht zu einem außergewöhnlichen Konzert …

Genauer gesagt: Man lud in den historischen Plenarsaal – mit seiner nicht zu unterschätzenden hölzernen Überakustik. Dass man dort Johann Sebastian Bachs Gambensonaten mit Cello und Klavier hört, begründet Wolff wortreich. Das Pro-Argument, schließlich habe es das Cello ja zu Bachs Zeit schon gegeben, und der Meister besitze großen Anteil an der Entwicklung des Klaviers, ist ein wenig streitbar, bedenkt man, dass die Werke relativ spät und explizit für Gambe entstanden. Doch die Aufführung rechtfertigt das Unterfangen weitestgehend. Also, Gesprächskonzerte haben Konjunktur, und Wolff überfliegt Formanalyse und Gattungsgeschichte in weniger als 30 Minuten und schafft es in diesem Zeitfenster auch noch, die analytische Lupe über neuralgische Punkte zweier der drei Sonaten zu halten.

Das Ergebnis ist gewissermaßen ein kleiner Themenabend, der dank vierer Zugaben dann sogar fast Konzertlänge hat. Martin Stadtfeld und Jan Vogler haben sich da ganz offensichtlich eine Baustelle geschaffen und selbst merklich Spaß an dem Projekt. Kammermusik im allerbesten Sinne machen die beiden Musiker – eingespielt und ohne Routine aukommen zu lassen. Mit Frische und mächtigem Drive sind da zwei absolute Könner am Werk. Dennoch den großen Bogen zu finden und zu spannen, ist schwer in diesem Raum. Hier im Plenarsaal jedenfalls haben der Pianist und ganz besonders der Cellist auch noch sämtliche Ohren voll zu tun, in Bezug auf Tempo und Dynamik auf die nicht immer sonderlich vorteilhaften akustischen Gegebenheiten zu reagieren.

Warum der einzige Nicht-Bach an diesem Abend (die Schostakowitsch-Zugabe) den deutlich stärksten Beifall entfesselt, mag zwar mit Blick auf Raum und Besetzung zu denken geben; hat aber vielleicht auch damit zu tun, dass das, was die Musiker da hinlegen, schlicht furios ist. Gelöster, wenn auch nicht präziser, klingen danach auch die drei Bach-Wiederholungen.

Tatjana Böhme-Mehner

© Leipziger Volkszeitung, Freitag, 5. Dezember 2008

Jede Sorte von Glück

Gedeck, Reimann und einiges Glück

Sie hat ihr ihr Gesicht geliehen, ihre Intensität. Martina Gedeck spielte im Film „Hunger auf Leben“ die Schriftstellerin Brigitte Reimann, die im Juli 75 geworden wäre und in der Literatur so unsentimental melancholisch und trotzig beharrend war wie in der Wirklichkeit. In Zuneigung kompromisslos begleitete sie ihre Helden durch all die schmerzlichen Erfahrungen, die sie selbst als „Menschwerdung“ bezeichnete, während sie selbst lebte und liebte, „als wär jeder Tag der letzte“.

So sagt die Schauspielerin über die Autorin: „Brigitte Reimann ist eine Frau, die mir persönlich viel bedeutet. Sie ist ihrer Berufung gefolgt, auch wenn das für sie nicht immer einfach war. Sie hat sich nie auf ihrer Begabung ausgeruht.“ Nicht zufällig also kommt Gedeck heute nach Leipzig, um aus Reimanns „Jede Sorte von Glück“ (Aufbau-Verlag 2008) zu lesen. Sie meint, es gebe kaum ein Dokument, das über die DDR der 50er bis 70er Jahre so viel erzähle wie das Werk der Brigitte Reimann, insbesondere ihre Tagebücher, Briefe und ihr großer Roman „Franziska Linkerhand“. Reimanns Texte seien „ein Stück Deutschland, das zu uns gehört“.

hoy

© Leipziger Volkszeitung, Montag, 17. November 2008

Neue Töne gegen das Vergessen

Neue Töne gegen das Vergessen

Finanzkrise, Obama-Mania, Klimakatastrophe: In den vergangenen Wochen gab es hinlänglich Anlässe zum Diskutieren, Aufregen, Nachdenken. Da kann historisches Gedenken schnell auf der gedanklichen Ersatzbank landen. Dagegen wurde am Samstagabend im Leipziger Bundesverwaltungsgericht ein Zeichen gesetzt: mit verstörend guter Musik.

Vor 75 Jahren verurteilten die Nazis Marinus van der Lubbe, der den Brand im Reichstag gelegt haben soll, zum Tode. Wenig später wurde er hingerichtet. Der Prozess um den Reichstagsbrand markiert das Ende des Rechtsstaats. Es gibt viele Möglichkeiten des Erinnerns. In der Großen Halle des Bundesverwaltungsgerichts entschied man sich für ein Konzert mit dem Mendelssohn-Orchester unter der Leitung von David Timm, der sagt.: „Jede Kunst hat ihre eigene Wirkungsweise. Aber die Musik ist unersetzlich. Man stellt sich Gefühlen, setzt sich ihnen aus.“

Ausdrucksstark und gefühlvoll sind die Werke, die Timm und sein Orchester vortragen. Wolfgang Rihms „In doppelter Tiefe“ verarbeitet ein Gedicht van der Lubbes. Expressiv-lärmend dröhnt das Orchester, wunderbar klar und voluminös singen Klaudia Zeiner (Alt) und Mareike Schellenberger (Mezzosopran). Aus den beiden Stimmen wird mal eine, mal kämpfen sie gegeneinander an. Die Sängerinnen müssen nicht gegen das gewaltige Schlagwerk ansingen: Rihm lässt das Orchester pausieren, oder Timm nimmt es zurück und schafft geschmeidige Übergänge. „Man kann dieses Programm als Plädoyer für die Neue Musik verstehen“, sagt der Universitätsmusikdirektor. Schließlich werde Rihm immer noch viel zu selten aufgeführt. „Wir haben lange überlegt, was man zu diesem Anlass spielen könnte. Wir dachten zum Beispiel an das Brahms-Requiem.“ Aber diesmal gibt es keine Klage-Klassiker, sondern Jos Rincks Flötencollagen „MenschenMusikRecht“, von ihm vorgetragen. Und Dimitri Schostakowitschs tief berührende 13. Sinfonie.

Bassist Marek Rzepkas Gesang hat genug Ernsthaftigkeit und ist dennoch nicht steif und sperrig, Orchester und der Männerchor, zusammengesetzt unter anderem aus Mitgliedern des Universitätschors, rütteln auf: Gewaltmotivik, Walzer- und Marschrhythmen, liebliche Melodien, die plötzlich in dissonante Verspottungen kippen. Großartig, aufwühlend, unvergesslich.

Maren Winterfeld

© Leipziger Volkszeitung, Dienstag, 10. November 2008